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24.05.2012
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Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI.

Israelreise von Benedikt XVI.

Papst wirbt für interreligiösen Dialog

Jerusalem. Interreligiöse Treffen haben den zweiten Besuchstag von Papst Benedikt XVI. in Israel geprägt. Am Dienstagmorgen (12.05.2009) besuchte das Kirchenoberhaupt den Jerusalemer Felsendom und die Klagemauer. Zudem traf er den Jerusalemer Großmufti Mohammed Hussein und die beiden israelischen Oberrabbiner Jona Metzger und Schlomo Amar. Benedikt XVI. rief zum Miteinander der Religionen auf und ermunterte zu einem starken interreligiösen Dialog. In der Klagemauer hinterließ der Papst gemäß jüdischer Sitte einen Gebetszettel mit der Bitte um Frieden im Nahen Osten und in der ganzen Welt.

Bei seinem Besuch im Felsendom beschwor der Papst das Verbindende von Juden, Christen und Muslimen. Wer an Gott als den Schöpfer aller Menschen glaube, müsse sich aktiv für die Überwindung von Spaltungen und für Solidarität einsetzen, sagte Benedikt XVI. auf dem Tempelberg, der drittheiligsten Stätte der Muslime nach Mekka und Medina. In seiner Rede vor dem Großmufti warnte Benedikt XVI. vor der "Versuchung", den Schutz der je eigenen Glaubensüberzeugungen über den interreligiösen Dialog zu stellen. Die Kirche habe ein "sehnliches Verlangen", mit den anderen Glaubensgemeinschaften zum Wohl der Menschheit zusammenzuarbeiten.

Weg der Versöhnung

Bei der Begegnung im Großrabbinat nannte Benedikt XVI. den Weg der Versöhnung zwischen katholischer Kirche und Judentum unumkehrbar und bekräftigte die ungebrochene Gültigkeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die Kirche sei unwiderruflich und dauerhaft der Versöhnung zwischen Christen und Juden verpflichtet. Sie wünsche, wie die Konzilserklärung "Nostra Aetate" klarstelle, "ein immer tieferes gegenseitiges Verständnis und gegenseitigen Respekt".

Metzger dankte dem Papst in seinem Grußwort für den förmlichen Verzicht der Kirche auf eine Missionstätigkeit unter den Juden. Diese "historische" Zusicherung sei "für unser Volk eine extrem wichtige Botschaft". Vatikansprecher Federico Lombardi sprach im Anschluss von einem vermutlichen Missverständnis. Bei dem vermeintlich neuen Vatikan-Dokument zur Judenmission habe sich der Rabbiner wohl auf eine Dokumentation bisheriger Erklärungen und Äußerungen bezogen.

Metzger begrüßte auch, dass der Papst eine Rückkehr des Holocaust-Leugners Richard Williamson in die Kirche verhindert habe. Er nehme die deutliche Erklärung Benedikt XVI. zur Kenntnis, dass Antisemitismus "nicht nur eine Sünde gegen Juden, sondern auch eine Sünde gegen Gott" sei.

Stärkung der Christen

Am Mittag traf sich der Papst mit den Bischöfen des Heiligen Landes. Unter Verweis auf das Konzil bekannte er sich dort zu einer christlichen Ökumene der "Einheit in Verschiedenheit". Zugleich forderte er die Christen zum Verbleib im Heiligen Land auf, wo sie zum Wohl der Gesellschaft und einem Klima des Friedens beitrügen. Bei einer Freiluftmesse am Nachmittag nannte der Papst die Abwanderung von Christen aus dem Heiligen Land eine tragische Realität und forderte die staatlichen Autoritäten auf, die Anwesenheit der Christen zu achten und zu unterstützen.

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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