
Harald Wagner.
Dogmatiker Professor Harald Wagner wird emeritiert
Im Geist der Ökumene
Bistum. Die Dogmen sind sozusagen die Koordinaten des katholischen Glaubens. Klassisch verstand man darunter Sätze, welche die Kirche durch ihre Lehre auf einem Konzil verlautbart hat. "Das Zweite Vatikanische Konzil hat zwar dieses Verständnis beibehalten, aber das Konzil bereitete einen weiteren Dogmenbegriff vor. Es ist sprachlicher Ausdruck der Ankunft Gottes in menschlicher Sprache und deshalb auch abhängig von den Bedingungen der Sprache überhaupt", sagt Professor Harald Wagner, der seit 15 Jahren an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster Dogmatik und Dogmengeschichte lehrt und mit Abschluss des Semesters emeritiert wird.
Dogmatik, wie die Auslegung des Inhalts der christlichen Lehre bezeichnet wird, hat nach dem Verständnis von Wagner wie die gesamte Theologie dem Menschen zu dienen: "Natürlich ist Wissenschaft oft abstrakt. Aber immer muss die Theologie für den Menschen betrieben werden." In mehr als 300 Veröffentlichungen hat sich der 65-jährige Wagner, der nach seinen Studien in Frankfurt, München und Rom 1968 die Priesterweihe empfing, auf Spurensuche begeben, wie christliche Glaubenslehre den Menschen ansprechen und in den Blick nehmen könne.
Leidenschaftlich hat sich Wagner für eine ökumenische Offenheit der katholischen Theologie eingesetzt. So diskutierte Wagner 1998 auf dem Mainzer Katholikentag mit dem renommierten evangelischen Theologen Eberhard Jüngel über die Frage der Gemeinschaft beim Abendmahl. "Der Geist der Ökumene im Sinn des Zweiten Vatikanischen Konzils muss weiterentwickelt und der Austausch der Theologen konfessionsübergreifend gefördert werden", meint Wagner.
Hinsichtlich der neuen Studienordnung beklagt Wagner eine zunehmende "Verschulung der Theologie". Die Eigeninitiative der Studenten werde behindert, wenn mittlerweile in den Seminaren und Vorlesungen Anwesenheitslisten geführt werden müssten. "Gerade die Verschulung haben wir in den 1960er Jahren abgebaut." Nur nach einem Programm zu studieren, sei für die nötige Auseinandersetzung in der Theologie zu wenig.
Seine Abschiedvorlesung hält Wagner am Mittwoch (06.05.2009) um 12 Uhr im Fürstenberghaus in Münster über das Thema "Elemente einer katholischen Kreuzestheologie im Rahmen einer Theologie des Bildes".
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
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05.05.2009
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