
Weihbischof Franz-Josef Overbeck.
Pontifikalvesper am Weltgebetstag um geistliche Berufungen
Overbeck mahnt zum doppelten Gebet
Bistum / Bonn. Weihbischof Franz-Josef Overbeck hat zum doppelten Gebet um Berufungen gemahnt. Es seien Menschen nötig, "die sich von Gottes Willen umformen und sich von ihm senden lassen". Ebenso bräuchten Berufene "ein Klima des Getragen-Seins und das Vorbild von Zeugen", sagte Overbeck in einer Vesper aus Anlass des Weltgebetstages um geistliche Berufungen am Sonntagnachmittag (03.05.2009) im St.-Paulus-Dom in Münster.
Gottes Ruf ergehe "an jeden, der die Taufe empfängt, gefirmt ist und durch die Eucharistie gestärkt wird". Besonders rufe Gott jene, die "auf verdichtete Weise" in der Nachfolge Jesu das lebten, was in Taufe und Firmung grundgelegt sei, nämlich Priester und Ordensleute. Priester habe Gott bereitet, "die Präsenz Christi in der Kirche und in der Welt" darzustellen, sagte der Weihbischof. Ordensleute lebten die "innerste Berufung eines jeden Menschen zu einem heiligen Leben".
"Hier bin ich, sende mich"
Berufung heiße, "unter dem Vorzeichen Gottes leben zu dürfen, der den freien, ihn liebenden Menschen will", beschrieb Overbeck in der Predigt in der Vesper. Er verwies auf die Worte des Propheten Jesaja, "Hier bin ich, sende mich" (Jes 6,8). Es sei immer Gott, der berufe. Jesaja sei von dessen Handeln in der Welt überzeugt. Gott komme dem Menschen nahe, ihm liege das Schicksal seines Volkes am Herzen, er offenbare sich. Ihm trete Jesaja als empfänglicher Mensch gegenüber.
Gottes Ruf sei gebunden an die Freiheit dessen, der Ja sage, betonte der Weihbischof. Das "Sende mich" bedeute mehr als Bereitschaft, es zeige Hingabe. Dazu bereite der Heilige Geist selbst die Herzen. Damit dies auch heute gelinge, sollten Christen nicht nur um und für jene beten, die sich "von Gottes Handeln in der Welt ergreifen" und im Namen Jesu senden lassen. Wichtig sei auch das Gebet dafür, dass das Zeugnis der Berufenen mitgetragen werde "von uns und vielen anderen".
Zollitsch: "Rückgang kein Naturgesetz"
Auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, unterstrich die Rolle der Pfarreien und Gruppen als "Nährboden": "Wir brauchen ein berufungsfreundliches Klima in unseren Gemeinden, damit geistliche Berufe wachsen und gedeihen können", sagte Zollitsch laut einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Dass die Zahl der Geistlichen zurückgehe, sei "kein Naturgesetz".
Den Weltgebetstag um geistliche Berufungen begründete Papst Paul VI. während des Zweiten Vatikanischen Konzils. Er fällt auf den dritten Sonntag nach Ostern und stand 2009 unter dem Leitwort "Das Vertrauen in die Initiative Gottes und die menschliche Antwort".
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