Bilanz 2008 der zuständigen Caritas-Stellen
Mehr Pflegekinder vermittelt, weniger Adoptionen
Bistum. Immer mehr Familien nehmen Pflegekinder auf. Das teilte die Caritas im Bistum Münster am Montag (27.04.2009) mit. Ihre acht Adoptions- und Pflegekinder-Vermittlungsstellen in Westfalen und am Niederrhein hätten im vergangenen Jahr 54 Pflegekinder untergebracht; im Vorjahr waren es 42. Anne Ruhe vom Diözesancaritasverband sprach von einer "erfreulichen und notwendigen Entwicklung", da viele weitere Kinder auf Wartelisten stünden.
Die Zahl der Adoptionen ging laut Caritas dagegen zurück. Sie sank von 14 im Jahr 2007 auf 5 im Folgejahr. Das entsprach laut Ruhe dem bundesweiten Trend. Als Grund nannte sie mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz von Adoptionen. "Wer sein Kind aus guten Gründen abgeben will, läuft immer noch Gefahr, starken Anfeindungen aus der Umgebung ausgesetzt zu werden", so Ruhe. An Adoptionen zeigen nach ihren Worten zehn Mal mehr Familien Interesse, als Vermittlungen möglich sind.
Die Expertin betonte, die Aufnahme eines Pflegekindes sei nicht immer einfach, werde aber professionell betreut. Die Kinder brächten teils traumatische Erfahrungen mit. 2008 betreute die Caritas nach eigenen Angaben 375 Pflegefamilien im Vergleich zu 283 im Vorjahr. Der Verband bezeichnete die Aufnahme eines Pflegekindes als gute Alternative zur Adoption. Oft blieben auch diese Kinder dauerhaft bei den Pflegeeltern.
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KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
28.04.2009
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