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24.05.2012
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Genn

Bischof Felix Genn.

Ostersonntag: Bischof Genn feiert Pontifikalamt im voll besetzten Dom

Der Glaube kommt auf zwei Beinen

Bistum. "Der Glaube ist auf zwei Beinen zu mir gekommen. Er ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ich habe ihn durch lebendige Menschen erfahren dürfen." Dies sagte Bischof Felix Genn in seiner Predigt im Pontifikalamt am Ostersonntag (12.04.2009) im voll besetzten St.-Paulus-Dom in Münster.

Der Bischof verwies auf seinen Wahlspruch "Wir verkünden euch das Leben" aus dem ersten Johannesbrief, der ihn bereits seit seiner Priesterweihe begleite. Der Verfasser schreibe darin von der leibhaftigen Erfahrung mit dem Wort des Lebens, das Gestalt geworden sei. "Es geht darum, dieses Wort des Lebens weiterzugeben und zu verkünden", sagte der Bischof. "Es engt das Leben nicht ein, sondern es weitet das Leben. Es schnürt nicht meine Vernunft ab, sondern es führt mich in eine Weite, die alle anderen Worte nicht geben können."

Unmittelbare Begegnung mit Jesus

"Die Katastrophe der Kreuzigung konnte nur durch die unmittelbare Begegnung mit Jesus gewandelt werden", sagte der Bischof bezogen auf das Ostergeschehen. "Jesu Auferstehung war kein Schaustück für die Öffentlichkeit, sondern eine tiefe Erfahrung derer, die ihn liebten. Es war die Erfahrung, dass der Gekreuzigte lebt." Die Schwelle des Todes sei zur Schwelle zum Leben geworden, Jesus komme "auf zwei Beinen" zu uns.

Der Erfahrung, dass Jesus lebt, sei bei den Jüngern eine umstürzende Erfahrung der Trauer vorausgegangen. "Maria von Magdala, die noch einmal bei ihm sein will, fragt sich zu Recht, wie man diesen Stein wegwälzen kann." Erfahrungen von Trauer machten auch viele Menschen heute. "Vielleicht ist es bei ihnen tief dunkel durch Leid, Bedrängnis oder die Erfahrung, dass die Beine, auf denen der Glaube kommt, hinkend geworden sind. Der Stein, der vor dem Grab liegt, kann sehr groß sein!", betonte Bischof Genn.

Christen brauchen tragende Gemeinschaft

Ebenso wie die Jünger zusammenliefen, um einander zu stärken, brauchten auch die Christen von heute eine tragende Gemeinschaft. Es sei erforderlich, von innen her stark zu werden: "Wir müssen auf zwei Beinen stehen können, um Christen zu werden." Ostern könne die Menschen stark machen "von Gott her, der schwach geworden ist, weil er im Übermaß der Liebe sich schenken wollte. Lassen Sie sich mitnehmen. Trauen Sie dem Auferstandenen, dass er auch Ihre Leere ausfüllen kann", rief der Bischof den Gläubigen im Dom zu. "Er öffnet uns Perspektiven und schenkt uns eine Hoffnung, die in der Zukunft liegt und die die Gegenwart prägen kann."

Musikalisch umrahmt wurde das Pontifikalamt durch die Knabenkantorei am Dom und die "Schola Ludgeriana", die unter anderem die "Krönungsmeesse" von Wolfgang Amadeus Mozart sangen. Domorganist Thomas Schmitz spielte das Präludium "Christ lag in Todesbanden" von Hermann Schroeder. Zahlreiche Gläubige aus den unterschiedlichen Regionen des Bistums feierten das Pontifikalamt mit.

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Text: Annette Saal | Foto: Joachim Busch
12.04.2009

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