
Weihbischof Franz-Josef Overbeck (Mitte) feierte mit 200 Soldaten einen Gottesdienst im Dom.
Soldatengottesdienst im St.-Paulus-Dom in Münster
"Friede ist das Werk der Gerechtigkeit"
Bistum. "Friede ist das Werk der Gerechtigkeit." Eindringlich machte Weihbischof Franz-Josef Overbeck dieses Wort zum Inhalt seiner Predigt beim Internationalen Soldatengottesdienst am Donnerstag (02.04.2009) im St.-Paulus-Dom in Münster. Das Pontifikalamt, das die Katholische Militärseelsorge vorbereitet hatte, stand unter dem Thema "Die Armut bekämpfen – Den Frieden aufbauen". Anschließend trafen sich Vertreter der verschiedenen Truppen zu einer Begegnung im Rathaus.
Militärdekan Rainer Schnettker aus Mainz hatte die Soldaten und zahlreiche Angehörige im Dom begrüßt. Es sei ein "Bestandteil der Friedensarbeit, um den Frieden zu beten". Dieser Friede, betonte Weihbischof Overbeck, sei für Christen kein Wort, sondern ein Mensch, nämlich Jesus Christus. Overbeck erinnerte daran, dass auf den Tag genau vor vier Jahren Papst Johannes Paul II. gestorben sei. Er habe den Grundsatz gelebt, dass nur dort, wo es Gerechtigkeit gibt, das Gute wachsen kann.
Texte in drei Sprachen
Lesung und Evangelium wurden auf Niederländisch, Englisch und Deutsch vorgetragen, ebenso die Fürbitten um Frieden und Toleranz, Einheit im Glauben, Gerechtigkeit und Unterstützung für die Armen dieser Welt. Diese hatte der Weihbischof ins Zentrum seiner Predigt gerückt: "Nur wo Gerechtigkeit lebt, da ist Frieden", plädierte Overbeck für einen Gerechtigkeitsbegriff, der die Armen im Blick hat. "Jeder Mensch muss das haben, was er zum Leben braucht, jeder muss alles für ein Leben in der Gemeinschaft erhalten, und schließlich muss dies alles dem Gemeinwohl verpflichtet sein." Dieses Lebens-, Denkens- und Glaubenskonzept wünschte der Weihbischof den Soldaten bei ihren Einsätzen in aller Welt.
Mit der Kollekte für ein Gymnasium im Kosovo, in dem Kinder aller ethnischen Gruppen für eine gute Zukunft lernen, wurde diese Option für die Armen auch im Dom lebendig. An dem Pontifikalamt nahmen Militärangehörige der Standorte Ahlen, Augustdorf, Eibergen, Gronau-Epe, Hamm, Hemer, Höxter, Itterbeck, Kalkar, Kranenburg, Münster, Ochtrup, Olfen, Recklinghausen, Rheine, Saerbeck, Selm-Bork, Sendenhorst, Straelen, Uedem, Unna, Vreden, Warendorf, Wesel und Wulfen teil.
Empfang im Rathaus
Nach dem Gottesdienst, den das Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster musikalisch mitgestaltet hatte, waren die Soldaten zu einer Begegnung ins Rathaus geladen. Bürgermeisterin Karin Reismann begrüßte die Gäste an jenem Ort, der "besonders dem Frieden verbunden ist", und an dem – mit Blick auf die niederländischen Besucher – "Ihr Land geboren ist".
Weihbischof Overbeck wandte sich kurz erneut an die Soldaten, vor allem an die jüngeren: "Sie werden bei Ihren Einsätzen erleben, wie sehr religiöse Dimensionen andere Gesellschaften, etwa in Afghanistan, bestimmen. Es gibt für uns zwei Herausforderungen: Warum begreifen sich gerade im Westen so wenige Menschen von Gott her? Und: Warum bekommen so wenige Menschen bei uns noch Kinder?" Der Weihbischof ermutigte unter dem Schmunzeln der Gäste, sich beiden Herausforderungen zu stellen.
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Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
02.04.2009
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