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06.12.2016
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Kalvarienberg.

Der Kalvarienberg vor dem Xantener Dom stammt aus dem Mittelalter.

Mein Denkmal und ich (161)

Hohe Steinmetzkunst

Xanten. Für Johannes Schubert ist der Kalvarienberg vor dem Xantener St.-Viktor-Dom ein Musterbeispiel mittelalterlicher Steinmetzkunst. Der 46-jährige Leiter der Xantener Dombauhütte, von Beruf ausgebildeter Steinmetzmeister, weiß, wovon er spricht. Schubert weist auf den Faltenwurf und auf die Figurensprache. "Diese Arbeit stellt höchste künstlerische Qualität dar", schwärmt er. "Zu Beginn der Gotik sind die Figuren noch starr angeordnet. Im Lauf der Zeit treten sie immer mehr aus der Architektur heraus und werden leichter. Man sieht förmlich, wie sie sich bewegen und wie sie empfinden."

Der Kalvarienberg aus Xanten stammt aus der Zeit zwischen 1525 und 1536. Es ist die Blütezeit des Hochmittelaltars. "Der Kalvarienberg ist der Höhepunkt des Kreuzwegs", sagt Schubert. "Hier kann der Künstler sein Talent durch die Ausdruckskraft der Emotionen wie Leid, Schmerz und Verzweiflung beweisen."

Johannes Schubert, Xanten.

Die Figuren wurden aus Baumberger Sandstein gefertigt. Neben dem Kreuz Jesu sind die Kreuze der beiden Verbrecher zu sehen. Unten am Kreuz steht der Jünger Johannes, der die Mutter Jesu im Arm hält und Maria Magdalena, die verzweifelt zum Kreuz emporblickt. Den Abschluss bildet der Stifter, der reiche Stiftsherr Gerhard Berendock. Von ihm hat die Gruppe ihren Namen. In Xanten ist sie als "Berendoncksche Gruppe" bekannt. "Im Gegensatz zum Stifter ist der  Künstler unbekannt", sagt Schubert. Er ordnet das Kunstwerk einem Bildhauer aus der Umgebung des berühmten Künstlers Arndt van Tricht zu, der den Marienaltar im Xantener Dom gefertigt hat. Für Schubert gibt es künstlerische Parallelen, die eine solche Zuordnung untermauern.

Das Original steht nicht mehr vor dem Dom. Es ist es im Lapidarium eingelagert. In den 1980er Jahren wurden die Figuren "abgegossen", wie es in der Fachsprache heißt. Obwohl alle Figuren in gleicher Weise behandelt wurden, dunkelte die Figur des Stifters nach. "Wie eine späte Rache", schmunzelt Schubert. Denn Berendonck hatte sich unverhältnismäßig groß darstellen lassen.

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Text: Jürgen Kappel | Fotos: Jürgen Kappel
01.04.2009

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