
Zur Vorbereitung der neuen Wallfahrtszeit trafen sich jetzt rund 400 Pilgerleiter. Die neue Wallfahrtszeit steht unter dem Leitwort "Ich weiß, wem ich glaube!" und beginnt am 1. Mai.
Kevelaer bereitet sich auf Wallfahrtsaison vor
Größte Messfeier seit dem Papstbesuch
Kevelaer. In den Terminkalendern der nordwestdeutschen Diözesanbischöfe ist der 29. August dick angestrichen. Dann strömen aus ihren Bistümern Tausende von Messdienerinnen und Messdienern nach Kevelaer.
10.000 Ministranten werden in der niederrheinischen Kleinstadt erwartet, wo vor 367 Jahren das Gnadenbild der "Trösterin der Betrübten" eine der größten marianischen Bewegungen in Nordeuropa ausgelöst hat. Auch der neue münstersche Diözesanbischof Felix Genn ist dabei, wenn im Fußballstadion die festliche Eucharistie gefeiert wird.
125 Jahre Päpstlicher Segen
Zur Vorbereitung der neuen Wallfahrtszeit – sie steht unter dem Leitwort "Ich weiß, wem ich glaube!" und beginnt am 1. Mai - trafen sich am Samstag (28.03.2009) rund 400 Pilgerleiter aus Deutschland und den angrenzenden Ländern im Kevelaerer Bühnenhaus. Dort erfuhren sie von Domkapitular Stefan Zekorn, dem Kevelaerer Wallfahrtsrektor, was in diesem Jahr neben den rund 1300 traditionellen Pilgergruppen erwartet werden darf.
Da ist zunächst das Jubiläum "125 Jahre Päpstlicher Segen". Papst Leo XIII. hatte am 10. Mai 1884 den Kevelaerer Pfarrer Joseph van Ackeren und seine Nachfolger ermächtigt, viermal im Jahr diesen besonderen Segen, der unter bestimmten Voraussetzungen mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist, zu erteilen. Diesen Segen gibt es im gesamten Sprachraum der Deutschen und Niederländer nur in Kevelaer.
25. Motorradfahrerwallfahrt
Die Termine in diesem Jahr: 5. Juli (Pfarrer Stefan Zekorn), 16. August (Godfried Kardinal Daneels, Erzbischof von Mechelen-Brüssel), 13. September (Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen – Stefan Zekorn: "Sein Kommen ist eine besondere Auszeichnung für den Wallfahrtsort") und 1. November (Willem J. Eijk, Erzbischof von Utrecht).
Jubiläum feiert auch die Motorradfahrerwallfahrt. Vor 25 Jahren ins Leben gerufen, ist sie bis heute eine der ganz großen Wallfahrten mit Tausenden Bikern, die diesmal am Wochenende 18./19. Juli dreimal auf den Kapellenplatz rollen. Mindestens genau so viele Einwohner und Gäste bilden für den kilometerlangen Konvoi das Spalier.
Tamilen-Wallfahrt im August
Die mit Abstand größte Einzelwallfahrt ist bislang die der Tamilen am Samstag, 8. August. Dann schenken mehr als 10.000 Gläubige mit ihren farbenfrohen Gewändern dem Gnadenort eine exotische Atmosphäre.
Nun steht die "erste nordwestdeutsche Ministrantenwallfahrt" in den Startlöchern, eine Art "kleiner Weltjugendtag in Kevelaer", sagte Stefan Zekorn. In den sieben beteiligten Bistümern melden sich Messdienerinnen und Messdiener bei ihren Pfarrgemeinden an (bis 25. Juni).
Messe mit Kardinal Meisner
Mit Bussen werden die jungen Leute am frühen Morgen des Samstags, 29. August, zum Niederrhein gebracht. Das letzte Stück pilgern sie gemeinsam zu Fuß. Nach der Begrüßung um 12 Uhr auf dem Kapellenplatz beginnt ein buntes Programm (u.a. Mini-Olympiade, Führungen durch die Stadt, Spiele, Besichtigung des Orgelbau-Unternehmens Seifert, Stadtquiz).
Um 16 Uhr singen sich die Messdiener im Fußballstadion der Stadt ein, und um 16.30 Uhr beginnt mit sieben Bischöfen sowie Joachim Kardinal Meisner die größte Messfeier unter freiem Himmel in Kevelaer seit dem Papstbesuch im Jahr 1987.
Kreuzweg muss renoviert werden
Neues wird auf den Weg gebracht und zeitigt Früchte. So berichtete Gabriele Polders, Vorsitzende des Verkehrsvereins, berichtete, dass die Übernachtungszahlen 2008 um über 40 Prozent gesteigert worden seien. Altes will erhalten werden: Zekorn machte die Gäste im Bühnenhaus auf den großen Kreuzweg aufmerksam, der dringend restauriert werden müsse.
Die Schäden durch Feuchtigkeit, Vandalismus und Verwitterung seien groß. Die Kosten seien mit 590.000 Euro veranschlagt, 290.000 gebe der Bund für den Fall, dass Kevelaer selbst ebenfalls 290.000 Euro beisteuern könne – eine Summe, die nicht aus den laufenden Einnahmen zu nehmen sei. Er wünsche sich, dass Pilgergruppen speziell für dieses Anliegen Sonderkollekten durchführten.
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Text: Delia Evers, Martin Willing | Foto: Archiv
31.03.2009
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