
Margret Pernhorst begrüßte Bischof Felix Genn im Namen der Laien im Bistum.
Empfang für Bischof Felix Genn in der Halle Münsterland
Bistums-Team begrüßt neuen "Trainer"
Bistum. Vertreter der Seelsorger und Laien im Bistum Münster, der evangelischen Kirche und der Politik haben Bischof Felix Genn einen herzlichen Empfang bereitet. Dazu waren mehrere hundert Gäste am Sonntagabend (29.03.2009) in die Halle Münsterland gekommen – so viele, dass längst nicht alle in den Kongresssaal passten.
Diesen Umstand griff der im Amt bestätigte Generalvikar Norbert Kleyboldt gleich zu Beginn auf: "Unser neuer Bischof ist sehr gefragt, das freut uns." Wenn auch nicht alle Gäste beim Pontifikalamt zur Amtseinführung direkt im Dom Platz gefunden hätten oder nun beim Empfang im Saal – Kleyboldt bat um Verständnis. Wie bei einer Familienfeier komme doch die beste Stimmung meist dann auf, "wenn viele gekommen sind und es in der guten Stube so richtig eng wird".
Overbeck: "Brüderlichkeit und Mitgehen"
Weihbischof Franz-Josef Overbeck begrüßte Genn im Namen der Weihbischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute, Pastoralreferenten sowie im Namen aller Mitarbeiter in Seelsorge und Caritas. Das Zweite Vatikanische Konzil betone, dass sich der Bischofsdienst auszeichne "durch Brüderlichkeit und Solidarität und Mitgehen und Vorangehen", sagte Overbeck. Dies gelte vor allem für Frauen und Männer, die eine Sendung in der Kirche hätten.
Der Weihbischof, der das Bistum in der Zeit der Sedisvakanz als Diözesan-Administrator geführt hatte, erinnerte an die "tiefen Wurzeln" des münsterschen Bischofsdienstes, die 1.200 Jahre bis zum heiligen Liudger zurückreichten. Zudem rief Overbeck den Zusammenhalt der Bistumsregionen Oldenburg, Niederrhein und Westfalen in Erinnerung. Dieser sei ganz im Sinn des Bistumspatrons Paulus. Dieser habe deutlich gemacht, dass "alle zu Christus und seinem Leib gehören, die ihn bezeugen".
Pernhorst: "Wir sind Ihr Team"
Für die zwei Millionen Laien im Bistum sprach Margret Pernhorst, die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken. Sie hatte ein Schild mit der Aufschrift "Wir sind" bei sich, um die Rolle engagierter Mitglieder von Verbänden, Räten und Gruppen zu beschreiben: "Wir sind ganz schön viele. Wir sind gespannt auf die Zeit mit Ihnen. Außerdem sind wir ganz schön verwöhnt." Pernhorst erinnerte an die Wertschätzung, die Bischof em. Reinhard Lettmann den Laien entgegengebracht habe. Diese seien "wild entschlossen", das gute Miteinander mit Felix Genn fortzusetzen.
Ein zweites Schild ergänzte das erste zum Satz "Wir sind ein Team". Mehr noch: "Wir sind Ihr Team, lieber Herr Bischof", betonte Pernhorst. Die Laien im Bistum wollten sich "gerne auf unseren neuen Trainer einlassen". Sie brauchten einen Trainer, "der auch auf seine Mannschaft hört" und hinter ihr stehe, wenn es mal nicht so gut laufe. Teamgeist zeigte Felix Genn noch in der Halle Münsterland, ließ er sich doch von Margret Pernhorst nicht zweimal auf die Bühne bitten – das "Team"-Schild in der Hand.
In seinem Dankeswort griff der Bischof den Gedanken auf: "Wir sind mehr als ein Team. Wir begeistern Menschen, indem wir von Jesus Christus sprechen." Auch auf das gute Verhältnis der Laien zu Bischof em. Lettmann spielte Genn an. Die Laien seien verwöhnt gewesen, erinnerte er an Pernhorsts Worte: "Vielleicht verwöhnen Sie dann jetzt mich."
Buß: "Das Trennende unterordnen"
Alfred Buß, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen, überbrachte Segenswünsche der evangelischen Landeskirchen von Westfalen, Oldenburg und dem Rheinland. Felix Genn sei ein Bischof, der "das Trennende zwischen unseren Kirchen dem nach- und unterordnet, was uns in Christi Namen verbindet", sagte Buß. Für die Protestanten sei Genns Wechsel von Essen nach Münster so, als ob "ein lieb gewordener Freund eine neue Anschrift" bekomme.
Buß rief die Christen auf, gemeinsam die Menschen anzurühren "mit der befreienden Zusage des Evangeliums". In Anspielung auf den Vornamen Genns grüßte Buß die "felix ecclesia monasteriensis", die mit diesem Bischof glücklich gesegnete Kirche von Münster. In seinem Schlusswort empfahl Genn das Verhältnis der Christen Gott, "der Trennungen zu überwinden vermag". Mit Blick auf die gelebte Ökumene des Bistums Münster zu den evangelischen Kirchen ermutigte der Bischof: "Auf ein Neues!"
Der im Sommer scheidende Oberbürgermeister Berthold Tillmann übermittelte Grüße der Stadt Münster, der Kommunen im Bistum sowie der politisch Verantwortlichen und der Bürger. Felix Genn sei ein Bischof, der die Belange seiner Diözese nach innen und außen "kraftvoll" vertrete. Der Oberbürgermeister wünschte dem Bischof eine "glückliche Hand“ und begrüßte ihn "unter Freunden" in seinem neuen Bistum. Für Genns bisherige Diözese Essen erhoffte Tillmann rasch einen Bischof, der dem Ruhrbistum "eine gute und vor allem nachhaltige Perspektive eröffnet".
Genn: "Ich reiche alle meine Kraft"
Im Schlusswort beschrieb Genn sein Problem, dass es "nach so vielen guten Worten keine angemessene Erwiderung geben kann". Er dankte namentlich den Gästen aus seiner Heimat Wassenach und dem Bistum Essen. Sie alle dokumentierten, "wo meine Wurzeln sind". Mit Blick auf das Ruhrbistum äußerte der Bischof die Hoffnung, "dass die Verbundenheit stärker ist als der Schmerz". Schließlich blickte Genn auf den Weg, den nun das Bistum Münster vor sich hat. Für ihn "reiche ich alle meine Kraft". Der Bischof schloss unter anhaltendem Beifall mit den Worten "Glück auf und Gottes Segen!"
Nach dem Empfang nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum kurzen persönlichen Gespräch mit Felix Genn. Das Blechbläser-Ensemble "Embrassy", das bereits vor einem Jahr zum Abschied Bischof Lettmanns in der Halle Münsterland gespielt hatte, umrahmte den Empfang.
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Text: Jens Joest | Foto: Dirk Bauer
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