
Blick auf Wassenach: Der kleine Ort liegt am östlichen Rand der Eifel in einer idyllischen Landschaft.
Bischof Felix Genn stammt aus dem kleinen Ort Wassenach
In der Eifel verwurzelt
Bistum / Eifel. Die östliche Eifel ist die Heimat von Bischof Felix Genn. Eine idyllische Landschaft, die durch zahlreiche Vulkane und Maare gekennzeichnet ist. Aufgewachsen ist er in Wassenach, einem kleinen Ort in der Nähe des Klosters Maria Laach. Seiner Eifeler Heimat und den Menschen, die ihn dort seit frühester Kindheit begleitet und geprägt haben, ist Felix Genn nach wie vor verbunden.
Für die Wassenacher ist er "os Felix" – "unser Felix", wie es im Eifeler Platt heißt. Einer Sprache, die auch Felix Genn nicht verlernt hat. Wenn er seinen Heimatort am nördlichen Rand des Laacher Sees besucht, fällt auch er in den Dialekt, mit dem er aufgewachsen ist. "Wenn er hierhin kommt, spricht er Platt", erzählt Genns jüngste Schwester Annemie Girgert, die heute mit ihrer Familie in Wassenach wohnt. "Wir haben als Kinder nur Platt gesprochen. Hochdeutsch war unsere erste Fremdsprache."
Der 1.200 Einwohner zählende Ort Wassenach liegt mitten in der östlichen Vulkaneifel. "Dort wohnen, wo andere Erholung finden" – mit diesem Slogan wirbt die Ortsgemeinde um neue Mitbürger. Von Wassenach aus ist es nicht weit zu lohnenswerten Ausflugszielen wie dem Laacher See, Kloster Maria Laach, dem Brohltal, an den Rhein, die Weinhänge der Mosel und ins Ahrtal, der Nürburgring liegt nur einen Katzensprung entfernt. Und auch Wassenach selbst hat einiges zu bieten: ein mittelalterliches Burghaus, einen Römerbrunnen und den Lydiaturm, der eine fantastische Aussicht auf die Umgebung gewährt.
Ländliche Idylle
Es ist eine Gegend, die Felix Genn nachhaltig geprägt hat. Hier ist er aufgewachsen, hier steht sein Elternhaus, hier lebt ein Teil seiner Familie, hier sind seine Wurzeln. "Die Verbundenheit mit der Heimat und der Familie ist für ihn sehr wichtig, weil ihn das geprägt hat. Das pflegt er", sagt seine Schwester. "Er ist ein Wassenacher Jung geblieben", sagt auch Peter Bollig, Studienkollege von Genn und Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Burgbrohl, Wassenach und Andernach-Kell.
Früher war Wassenach ein Dorf, das durch die Landwirtschaft geprägt war. Viele Bewohner hatten einen Hof, auch Familie Genn. "Kühe, Schweine – wir hatten alles", sagt Annemie Girgert. Auf dem elterlichen Hof mussten auch Felix und seine beiden Schwestern mit anpacken. "Wenn wir mittags aus der Schule kamen, lag auf dem Küchentisch ein Zettel. Darauf stand, was wir uns zum Mittagessen aufwärmen sollten und dann, wohin wir aufs Feld kommen sollten", erzählt Annemie Girgert. "In Urlaub fuhren wir nicht, weil wir bei der Ernte helfen mussten."
Heute tuckern immer noch Traktoren durch die enge Hauptstraße – vorbei an Häusern aus dunklem Vulkangestein. Doch viele Bauernhöfe haben den Betrieb eingestellt – auch Familie Genn. Von den drei Kindern wollte keines den Hof übernehmen. "Niemand von uns hatte Interesse an der Landwirtschaft", sagt Annemie Girgert, die heute an dem Gymnasium unterrichtet, an dem ihr Bruder das Abitur machte. Den elterlichen Hof hat sie gemeinsam mit ihrem Mann vor einigen Jahren umbauen lassen.
Interesse an Theologie
Statt für die Landwirtschaft, wie es die Eltern wohl gern gesehen hätten, interessierte sich ihr Sohn für die Theologie. Luzia Bambach, die Schwester des mittlerweile verstorbenen Pastors Bambach, der damals Pfarrer in Wassenach war, kennt "den Felix" aus der Zeit, als er noch zum Gymnasium ging. Er sei ein hochintelligenter Junge mit einem phänomenalen Gedächtnis gewesen, erinnert sich Luzia Bambach, die heute noch im Pfarrhaus wohnt und den Küsterdienst verrichtet.
Als Felix Genn 1969 sein Abitur auf dem Kurfürst-Salentin-Gymnasium im benachbarten Andernach machte, hat er sich im Pfarrhaus gemeldet, da die Eltern zu dieser Zeit noch kein Telefon hatten. "Er hat von Andernach angerufen und gesagt, dass er bestanden hat", erzählt Luzia Bambach. "Ich bin aufs Feld gelaufen, um seinen Eltern Bescheid zu sagen." Schon während seiner Schulzeit war Felix Genn ein oft und gern gesehener Gast im Pfarrhaus. "Pastor Bambach gehört zu denjenigen, die meinen Bruder sehr gefördert und geprägt haben", sagt Annemie Girgert.
Seine Insignien erinnern Felix Genn an seine Heimat. Den silbernen Bischofsring, der ein Geschenk seiner Familie ist, schmücken drei Ähren: ein Symbol des Lebens, aber auch ein Hinweis auf die Landwirtschaft, in der die Familie lange tätig war. Eine Seite seines bischöflichen Wappens zeigt einen schwarzen Adler – Symbol des Evangelisten Johannes, aber auch Hinweis auf das Wappen von Wassenach.
Durch die Taufe verbunden
Die Krümme des Bischofsstabs schließlich zeigt eine Szene, die auch über dem Portal der Wassenacher Kirche zu sehen ist: der heilige Remigius tauft den Frankenkönig Chlodwig. "Ich fühle mich durch meine Taufe mit meiner Heimatgemeinde Wassenach auch heute noch verbunden", hat Bischof Genn einmal gesagt. "Deshalb ist mir das Aufgreifen der Szene von der Taufe Chlodwigs in meinem Bischofsstab wichtig." Den Stab hat ihm seine Heimatgemeinde zur Bischofsweihe geschenkt.
Bei den großen kirchlichen Ereignissen haben die Wassenacher "ihren Felix" immer begleitet: bei der Primiz 1976 in Wassenach, bei der Bischofsweihe 1999 in Trier und 2003 bei der Einführung als Bischof von Essen. Und auch für die Einführung Genns als Bischof von Münster hat Pfarrer Peter Bollig schon einen Bus bestellt.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Text: Almud Schricke | Foto: Almud Schricke
26.03.2009
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web