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24.05.2012
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Brunnenkapitäne.

Zum Jubiläum stellen die Brunnenkapitäne einen Bogen an der Figur des heiligen Ludgerus auf.

26. März: Zum 1.200. Mal jährt sich der Todestag des heiligen Liudgers

"Von nichts kommt nichts"

Billerbeck. Kapitäne in Billerbeck? Die Stadt liegt zwar an der Berkel, aber diese ist zum Boot fahren nicht geeignet. Was machen also diese Kapitäne?

Rund einen Hektar groß ist das Waldstück, in dessen Mitte der Ludgerusbrunnen sprudelt. Jeden Morgen geht Hubert Vöcker seine Runde - vorbei an den aufgestellten Stelen, den Sandsteinplatten, der Kapelle und der Ludgerus-Figur. "Ich wohne seit 1960 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Brunnen. Deshalb schaue ich jeden Tag nach dem Rechten", erzählt der 74-Jährige. Vöcker ist einer von neun "Brunnenkapitänen". Seit zwölf Jahren kümmern sich die aktiven Männer um die Pflege und die Gestaltung des Ludgerusbrunnens, einem Kleinod in der Nähe des Stadtkerns von Billerbeck. Der Legende nach sollen hier die Gänse, die der heilige Ludgerus in Billerbeck-Bockelsdorf auf dem Hof Schürmann in den ausgetrockneten Brunnen gesteckt hatte, wieder herausgekommen sein. Noch nie sei seitdem der Brunnen versiegt, sagen die Experten.

Vieles haben die "Brunnenkapitäne" bereits gemacht. "Es geht nicht nur um die Pflege und darum, das Gelände sauber zu halten. Es geht um viel mehr", erklärt Vöcker. Denn viele Menschen kämen von auswärts nach Billerbeck, und diese gingen häufig zuerst zum Brunnen. Dieser habe übrigens eine lange Geschichte. "Bevor Ludgerus hier missionierte, war das Gelände eine Kultstätte der Sachsen, an der sie ihre Götter verehrten. Als die Missionare ins Land kamen, predigten sie an den Kultstätten und deuteten sie im christlichen Sinn um. So entstand die Legende mit den Gänsen", weiß er.

Urkundlich erwähnt wurde der Brunnen erstmals im Jahr 1541. Vöcker hat sich mit der Geschichte des Brunnens und des heiligen Liudger beschäftigt. "Wenn man von Besuchern angesprochen wird, dann muss man doch auch etwas erzählen können", sagt er.

Gegründet wurde der Kapitänsklub vor zwölf Jahren. Und mit der Gründung gaben sie sich auch ihren Namen, der angesichts des fehlenden Meers in Billerbeck befremdlich anmutet. Doch Vöcker kann Licht in das Dunkel bringen: "Am Brunnen gearbeitet haben wir immer lange. Aber als Ludwig Daldrup, der inzwischen verstorben ist, uns für ein Wochenende auf sein Boot nach Holland eingeladen hatte, ist der Name entstanden. So sind wir zu Kapitänen geworden." Bereits seit 1972 sind einige der Aktiven dabei. Damals haben die Kolpingmitglieder das Gelände auf Vordermann gebracht.

Handwerklich begabt oder sogar ausgebildet sind die meisten der "Brunnenkapitäne". Und über mangelnde Arbeit können sich die Herren ebenfalls nicht beklagen. Jeder hat seine Aufgaben. "Die einen pflastern, die anderen pflanzen, die nächsten stellen den Bogen auf", nennt Vöcker Beispiele für die Arbeitsteilung. Denn in diesem Jahr zum 1200. Todestag des ersten Bischofs von Münster möchten die "Brunnenkapitäne" natürlich, dass das Gelände und der Brunnen bestens anzuschauen sind. So haben sie einen neuen Zuweg inklusive Rampe gebaut, das Gelände und den Brunnen gereinigt sowie einen Bogen um die 1954 vom Bildhauer Bernd Meyer geschaffene Ludgerusfigur mit den Gesichtszügen des Bekenner-Bischofs Clemens August von Galen aufgestellt. Auch in den vergangenen Jahren haben die "Brunnenkapitäne" sich immer wieder Projekte einfallen lassen, um das Areal zu gestalten. "Wir haben alte Sandsteinplatten gefunden, sie aufarbeiten lassen und in einem gemauerten Bogen befestigt. Es sind Gedenksteine von Priestergräbern", vermutet er. Ebenso sind 1983/84 Stelen rund um das Gelände gemauert worden, die vom Leben des heiligen Liudger erzählen.

"Hätten wir die Stunden, die wir inzwischen am Brunnen gearbeitet haben, bezahlt bekommen, dann wäre damit sicherlich schon ein Einfamilienhaus zu finanzieren", sagt Vöcker lachend. Aber die Kapitäne Heinz Arning, Wolfgang Albert, Günter Heßling, Norbert Küper, Bernhard Noll, Bernd Westerhoff sowie Hubert Vöcker und ihre Kadetten Mathias Wolters und Jürgen Große Gehling engagieren sich gern. Denn sie wissen: "Von nichts kommt nichts."

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