
Von der Deutschen Regentenkonferenz berichteten ihr Vorsitzender, Regens Franz Joseph Baur (rechts) und "Gastgeber", Regens Andreas Tapken.
Deutsche Regentenkonferenz tagte in Münster
Kooperation in Priesterausbildung stärken
Bistum. Die mehr als 30 Theologenkonvikte und Priesterseminare in Deutschland wollen bestehende Kooperationen in der Priesterausbilung ausbauen. "Die Priesterausbildung ist heute ein komplexes Gebilde von individueller, geistlicher, theologischer und praktischer Bildung in verschiedenen Phasen der Vorbereitung, des Studiums und des Einsatzes in der Pfarrseelsorge. Die deutschen Diözesen werden künftig in der Ausbildung stärker zusammenarbeiten", sagte der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz und Münchener Regens Franz Joseph Baur am Freitag (20.03.2009) in Münster. Im dortigen Priesterseminar Borromaeum hatte die Deutschen Regentenkonferenz getagt.
Bewährt hat sich nach Ansicht des gastgebenden Regens Andreas Tapken die Zusammenarbeit der Diözesen Osnabrück, Aachen, Essen und Münster, die ihre Priesteramtskandidaten größtenteils in Münster ausbilden lassen. "Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster bietet den Studenten ein attraktives Studium", sagte Tapken.
Geistliche Vaterschaft
Im Studienteil der Tagung beschäftigten sich die Leiter der deutschen Priesterseminare mit dem Thema "Geistliche Vaterschaft in einer vaterlosen Gesellschaft". "Vor allem junge Männer tun sich heute schwer, Väterlichkeit und Männlichkeit für sich zu definieren", sagte Tapken mit Blick auf eine neue Studie, die sich mit dem Rollenverständnis von Männern in der postmodernen Gesellschaft beschäftigt, und die im Auftrag der deutschen Kirchen entstand.
Auch für die Priesterausbildung seien solche Studien wichtig, meinte Tapken. Priester müssten verschiedene Fähigkeiten mitbringen. Dazu gehörten Empathie und Zuwendung als eher weiblich definierte Fähigkeiten und männlich definierte Charakteristika wie Durchsetzungsstärke, Gestaltungswillen und Mut. "In der Priesterausbildung sollen daher Risikobereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, die Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit im Rahmen der zölibatären Berufung und ein natürlicher Umgang mit Frauen gefördert werden", sagte Tapken. Angesichts immer größer werdender pastoraler Räume als Folge von Strukturreformen werde die Ausbildung auch die Vermittlung von Leitungskompetenzen intensivieren.
Sorge um Priesternachwuchs
Sorgen bereitet der Regentenkonferenz die weiter sinkende Zahl der Priesteramtskandidaten. Derzeit bereiten sich bundesweit 870 Männer vor. Das Bistum Münster zählt 50 Kandidaten. "Wir dürfen nicht nur nach den Zahlen schauen. Berufung ist ein geistlicher Prozess. Junge Menschen brauchen die geistliche Begleitung, die wir weiterhin unterstützen werden", sagte Baur.
Trotz der Reform der Studienabschlüsse bleibe es bei einem zehnsemestrigen Studiengang für angehende Priester. Die neue Bezeichnung "Magister in Theologie" löst in den nächsten Jahren den Diplom-Studiengang ab. Weiter fördern wollen die Regenten die Möglichkeit eines externen Studienjahrs, das bevorzugt ins Ausland führen soll. "Diese so genannten Freisemester haben sich als sinnvoll herausgestellt. Es ist immer gut, einen anderen Studienort kennen zu lernen", sagte Baur.
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Text: Johannes Bernard / Foto: Johannes Bernard
20.03.2009
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