
Berufung als Lehrerin: Sabine Bertram unterrichtet in Ahaus.
Lehrerin Sabine Bertram
Zum Vorbild werden
Havixbeck. Sabine Bertram ist Lehrerin - und eine leidenschaftliche noch dazu. "Ich wollte immer schon Lehrerin werden", erzählt die 50-jährige Havixbeckerin. Schon früh hat sie Nachhilfeunterricht gegeben. "Wer Latein kann, hat immer Nachhilfeschüler. Das war früher so wie heute", schmunzelt Bertram.
Als Jugendliche hat sie ihrem schwerkranken Nachbarsjungen über einen längeren Zeitraum zuhause Nachhilfeunterricht gegeben. Regelmäßig half sie ihm bei den Lateinaufgaben. Als der Schüler bei der nächsten Klassenarbeit gut abschnitt, fühlte sich Sabine Bertram in ihren Fähigkeiten bestärkt. "Immer mal wieder haben mir Leute angeraten, aufgrund meiner guten Noten doch Medizin zu studieren, aber dazu fühlte ich mich nicht berufen", erzählt Bertram. Ihr Entschluss stand fest: "Ich möchte Lehrerin werden."
Arbeit hält lebendig
Während ihres Studiums in Hamburg hat Bertram dann einer befreundeten Grundschullehrerin bei deren Arbeit über die Schulter geschaut und eine Klassenreise begleitet. "Die Zeit mit den Kindern hat Spaß gemacht. Ich habe jedoch gemerkt, dass ich nicht mein Leben lang mit Kindern dieser Alterklasse arbeiten kann." In der Arbeit als Tutorin an der Universität habe sich dann der Wunsch gefestigt, Gymnasiallehrerin für Deutsch und Latein zu werden.
Das Unterrichten von Jugendlichen hat für die Lehrerin der bischöflichen Canisiusschule in Ahaus einen besonderen Reiz. "Die Arbeit mit jungen Menschen hält mich selber lebendig", erzählt die zweifache Mutter. Zudem bleibe trotz vieler Vorgaben relativ viel Freiraum, die eigene Zeit einzuteilen. Dies sei ein besonderer Vorteil im Hinblick auf die eigene Familie, die auf diese Weise gut mit dem Job als Lehrerin zu vereinen ist.
Eigene Gedanken entwickeln
Bei ihrer Arbeit spielt der Glaube für Bertram eine große Rolle. "In meiner Jugend habe ich von einer Ordensfrau ein Kärtchen bekommen, auf dem der Psalm: 'Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen (Psalm 103,1) notiert war." Dieses Bibelwort ist ihr wichtig geblieben. "Ich möchte, dass Schüler mitkriegen, was mich trägt", erklärt die Lehrerin. Für sie ist es wichtig Vorbild zu sein und so Jugendliche zu einer eigenen Glaubensentscheidung zu führen.
"Jugendliche sollten lernen, auf sich zu hören und zu erspüren, was Dinge sind, die sie wirklich erfüllt sein lassen", sagt Bertram - als Mutter und als Lehrerin. "Sokrates hat den Beruf des Lehrers mit dem der Hebamme verglichen", erklärt sie weiter. Lehrer sollten ihren Schülern helfen, eigene Gedanken und Ideen zu entwickeln. "Mir macht es Freude, anderen etwas beibringen zu können. Es ist eine schöne Berufung", freut sich die Lehrerin.
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Text: Franzis Rewer | Foto: Franzis Rewer
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