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24.05.2012
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Anna Katharina Emmerick.

Anna Katharina Emmerick.

Mystikerin des Münsterlandes

Selige Anna Katharina Emmerick (1774-1824)

Kurzvita

Am 3. Oktober 2004 waren viele Blicke im Bistum Münster nach Rom gerichtet: Anna Katharina Emmerick, die "Mystikerin des Münsterlandes", wurde von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Als Kind einer armen Bauernfamilie wird sie 1774 geboren. Schon früh entwickelt sie den Wunsch, ins Kloster zu gehen. Im Alter von 28 Jahren erfüllt sich dieser Wunsch für Anna Katharina Emmerick: Sie wird in das Kloster Agnetenberg in Dülmen aufgenommen. Ihre letzten zwölf Lebensjahre sind von schwerer Krankheit geprägt. Während dieser Zeit erlebt sie immer wieder himmlische Visionen, die zuletzt von Clemens Brentano aufgezeichnet wurden. Sie stirbt am 9. Februar 1824.

Biografische Daten

geboren am 8. September 1774 in der Bauernschaft Flamschen bei Coesfeld
gestorben am 9. Februar 1824 in Dülmen
selig gesprochen am 03.10.2004 von Papst Johannes Paul II.

Vita

Schon als Kind soll Anna Katharina Emmerick ein frommes Leben in Gebet und Nächstenliebe geführt haben. 1774 in der Nähe von Coesfeld als Kind einer armen Bauernfamilie geboren, hat sie bereits in früher Kindheit Visionen und Träume vom Leben Christi gehabt. Ihr sehnlicher Wunsch, in ein Kloster einzutreten, wird Anna Katharina lange Zeit nicht gewährt: Stets weist man sie ab, weil sie so arm ist. Von ihren Eltern wird sie schließlich 1793 nach Coesfeld geschickt, um dort einige Zeit als Näherin zu arbeiten. Was sie verdient, gibt Anna Katharina den Armen. Nachts wacht sie bei den Kranken und pflegt sie.

Während ihrer Zeit in Coesfeld soll die junge Frau die Firmung empfangen haben. Es heißt, dabei sei ein übernatürliches Feuer erschienen, das von ihrer Stirn bis zu ihrem Herzen leuchtete. Gebet und Meditation stehen für Anna Katharina Emmerick stets im Mittelpunkt. Dabei spielt für sie das so genannte "Coesfelder Kreuz" eine wichtige Rolle: eine Kreuzesdarstellung, die in besonderer Weise das Leiden Jesu veranschaulicht. Später arbeitet Anna Katharina bei einem Organisten, um bei ihm Orgel spielen zu lernen.

1802 erfüllt sich endlich ihr lang gehegter Wunsch nach einem Leben im Kloster. Die Tochter des Organisten tritt in einen Orden ein und erreicht, dass Anna Katharina mit eintreten kann. Bis zur Auflösung des Klosters 1811 lebt sie im Kloster Agnetenberg als Augustinerin. Während der Messfeier erscheint der jungen Ordensfrau immer wieder Christus, bis sie schließlich sogar die Wundmale Christi erhält. Die Stigmatisierte wird von vielen verehrt, von anderen aber auch schwer verleumdet. Aufgrund des öffentlichen Aufsehens wurden sowohl eine kirchliche als auch eine staatliche Untersuchung durchgeführt, es konnte ihr jedoch kein Betrug nachgewiesen werden.

Ihre letzten zwölf Jahre verbringt Anna Katharina auf dem Krankenbett liegend, es heißt, sie habe in dieser Zeit von sehr wenig Nahrung gelebt. Während ihrer schweren Schmerzen erlebt sie immer wieder himmlische Visionen. In ihrer Krankheit fühlt sie sich stets ermutigt und getröstet durch ihren tiefen Glauben: "Allein lasst uns auf Gott vertrauen und uns an unsere Religion halten! Denn wirklich, gibt es wohl etwas Tröstlicheres auf Erden als diese?" Der Dichter Clemens Brentano lebt seit 1819 in Dülmen und zeigt sich so tief beeindruckt von der Frömmigkeit Anna Katharina Emmericks, dass er beginnt, ihre Berichte und Visionsbilder aufzuzeichnen.

Anna Katharina Emmerick stirbt am 9. Februar 1824 und wird auf dem allgemeinen Friedhof vor dem Stadttor von Dülmen beigesetzt. Seit 1975 ruhen ihre Reliquien in der Krypta der Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen.

Gedenktag: 9. Februar

Gebet zum Gedenktag (Commune-Texte für Jungfrauen):

Herr Jesus Christus, du hast das Leben deiner Dienerin Anna Katharina durch eine innige Anteilnahme an deinem bitteren Leiden gezeichnet und ihr eine tätige Liebe zu armen und bedrängten Menschen ins Herz gesenkt, lass sie für uns Fürsprecherin sein im Himmel, die wir hier auf Erden ihr Gedächtnis begehen. Der du lebst und regierst.

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Text: Heike Harbecke | Foto: Archiv
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