
Gottfried von Cappenberg als Stifter des Klosters.
Macht und Besitz aufgegeben
Gottfried von Cappenberg (1097-1127)
Kurzvita
Gottfried stammte aus dem Geschlecht der Grafen von Cappenberg. Er war mit Jutta von Arnsberg verheiratet. Beseelt von den Predigten Norberts von Xanten, richtete Gottfried auf dem Familienschloss im Jahr 1122 eine Prämonstratenser-Propstei ein. 1125 trat er selbst dem Orden bei. Zwei Jahre später starb er im Alter von kaum 30 Jahren in der von ihm 1123 gestifteten Propstei Ilbenstadt (Hessen).
Biographische Daten
1097 - Geburt auf Schloss Cappenberg bei Selm.
bis 1122 - weltliches Leben auf Schloss Cappenberg.
1122 - Begegnung mit Norbert von Xanten und Überlassung sämtlicher Güter.
1122 - Gründung der Prämonstratenser-Propstei auf Schloss Cappenberg.
1123 - Gründung der Propstei Ilbenstadt (Wetterau/Hessen).
1123/1124 - Gründung der Propstei Varlar (bei Osterwick, Kreis Coesfeld).
1125 - Tod des Schwiegervaters Friedrich von Arnsberg, Eintritt Gottfrieds in den Prämonstratenserorden.
1127 - Tod Gottfrieds.
Vita
Gottfried von Cappenberg entstammte einem alten Adelsgeschlecht, das unter anderem mit den Saliern und Staufern verwandt war. Er lebte in jungen Jahren gemeinsam mit seiner Frau, Jutta von Arnsberg, ein weltliches Leben auf dem Familienschloss Cappenberg nahe Selm. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Otto beteiligte sich Gottfried an der Belagerung der Stadt Münster durch Herzog Heinrich von Sachsen im Jahr 1121. Münster wurde dabei erheblich zerstört. Die Cappenberger galten als Hauptschuldige daran, dass die Domkirche schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde und niederbrannte.
Im Angesicht von Krieg und Zerstörung traf Gottfried auf Norbert von Xanten, der kurz zuvor den Prämonstratenser-Orden gegründet hatte. Er ließ sich von den Grundsätzen des Ordensmannes überzeugen und beschloss gemeinsam mit Otto, das Familienschloss und den Rest ihres Besitzes an Norbert abzugeben, um daraus das erste Prämonstratenserkloster Deutschlands entstehen zu lassen. Gottfrieds Schwiegervater Friedrich von Arnsberg konnte dieser Idee überhaupt nichts abgewinnen. Er leistete starken Widerstand, musste sich aber schließlich dem Willen seines Schwiegersohns fügen.
In der Folge war Gottfried an weiteren Klostergründungen beteiligt, ohne jedoch selbst dem Orden anzugehören. Seine Gelübde legte er erst 1125 im Urkloster Prémontré ab, nachdem der Schwiegervater Friedrich zuvor gestorben war. Gottfrieds Ehefrau Jutta sowie seine Schwestern Gerberga und Beatrix wurden Chorfrauen in einem eigens gegründeten Stift in Cappenberg. Auch ein Krankenspital wurde dort auf Gottfrieds Initiative hin errichtet.
Er selbst starb bereits am 13. Januar 1127, mit noch nicht einmal 30 Jahren, in seiner Klostergründung Ilbenstadt in der hessischen Wetterau. Dort werden bis heute Reliquien des Heiligen, unter anderem sein Haupt, aufbewahrt.
Gebet zum Gedenktag des heiligen Gottfried am 13. Januar (GL 807)
Gütiger Gott, auf deinen Ruf hin hat der heilige Gottfried Macht und Besitz aufgegeben und ist Christus gefolgt. Hilf uns, auf seine Fürsprache hin in dem wechselnden Vielerlei dieser Welt mit ganzem Herzen auf das bedacht zu sein, was in Ewigkeit bleibt. Darum bitten wir durch Christus unsern Herrn. Amen.
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