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24.05.2012
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Edith Stein.

Darstellung der heiligen Edith Stein in der Ludgerikirche in Münster.

Philosophin und Ordensfrau

Heilige Edith Stein (1891-1942)

Kurzvita

Edith Stein wird 1891 in Breslau als Kind jüdischer Eltern geboren. Nach ihrem Studium ist sie bis 1918 als Philosophin an verschiedenen Universitäten tätig. Nach ihrer Konversion zum Christentum arbeitet sie als Lehrerin in Speyer und als Dozentin in Münster. Unter dem Nationalsozialismus darf sie ihren Beruf nicht mehr ausüben. Sie wird Ordensschwester in Köln und trägt den Namen "Schwester Teresia Benedicta vom Kreuz". Ihre wissenschaftlichen Arbeiten führt sie im Karmel weiter. Bald darauf emigriert sie nach Holland, wo sie 1942 verhaftet wird. Edith Stein wird am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. 1998 spricht der Papst Edith Stein.

Lebensdaten

12. Oktober 1891 - in Breslau geboren
1911 - Abitur in Breslau
1911-1915 - Studium in Breslau und Göttingen, Abschluss mit dem Staatsexamen 1915
1915-1918 - Promotion und Tätigkeit als Assistentin im Fach Philosophie (bei Edmund Husserl in Freiburg)
1. Januar 1922 - Taufe in der St.-Martin-Kirche in Bergzabern/Pfalz
bis 1931 - Lehrerin in St. Magdalena in Speyer
1932 - Dozentin am Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster
1933 - Eintritt in den Karmel Köln-Lindenthal
9. August 1942 - im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gestorben
10. Mai 1987 - Seligsprechung
9. Oktober 1998 – Heiligsprechung

Biographie

Edith Stein wird am 12. Oktober 1891 in Breslau als Kind einer jüdisch-orthodoxen Familie geboren. Sie ist die jüngste Tochter von Siegfried und Auguste Stein. Sie wächst Edith ab ihrem zweiten Lebensjahr ohne Vater auf. Bereits früh fällt Edith als überdurchschnittlich intelligent auf, so dass sie vorzeitig eingeschult wird. Auch in  der Schule zeichnet sie sich durch besonders gute Leistungen aus.

Als Jugendliche distanziert sie sich immer mehr vom Glauben an Gott: "Ich habe mir das Beten ganz bewusst und aus freien Entschlüssen abgewöhnt", erzählt sie im Rückblick auf einen längeren Aufenthalt bei ihrer Schwester in Hamburg. Nach ihrem Abitur 1911 beginnt sie in Breslau Literatur, Geschichte und Psychologie zu studieren. Jedoch schon bald wendet sie sich ab von der Psychologie, um sich in das Studium der Philosophie zu vertiefen. Dabei fasziniert sie der Ansatz Edmund Husserls so sehr, dass sie den Studienort wechselt und nach Göttingen geht, um direkt bei Husserl zu studieren.

Husserl wird zum prägenden philosophischen Lehrer für Edith Stein: Als ihr Doktorvater betreut er ihre Promotion, und sie begleitet ihn schließlich als Assistentin an die Universität von Freiburg. Jedoch bleibt ihr ein weiterer wissenschaftlicher Werdegang verwehrt: Trotz ausgezeichneter Doktorarbeit wird ihr als Frau eine Habilitation nicht gestattet. Als später Frauen dies ermöglicht wird, ist Edith Stein aus einem anderen Grund ausgeschlossen: Im antisemitischen Deutschland wird ihr als Jüdin diese Chance verweigert. 1918 gibt sie ihre Stelle bei Husserl auf.

Bei Freunden stößt sie zufällig auf die Autobiographie von Theresa von Avila: "Ich begann zu lesen, war sofort gefangen und hörte nicht mehr auf bis zum Ende". Diese Lektüre und verschiedene persönliche Begegnungen bewegten Edith Stein schließlich so, dass sie zum Katholizismus konvertiert. Am 1. Januar 1922 lässt sie sich taufen. Ihr religiöses Leben verbindet sie mit großem Engagement in der Welt: "Je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muss er auch in diesem Sinn ‚aus sich herausgehen’, d.h., in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen."

Eine zeitlang arbeitet Edith Stein als Lehrerin in Speyer. Bereits seit ihrer Schulzeit ist sie engagiert für die Rechte von Frauen, in den zwanziger Jahren galt sie als gefragte Rednerin über Themen der Frauenfrage. Im Frühjahr 1932 erhält sie einen Ruf an das Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster. Sie zieht in das Collegium Marianum, wo viele junge Ordensfrauen wohnen. Als Dozentin lebt Edith Stein dort in einfachen Verhältnissen gemeinsam mit den Studierenden.

Jedoch kann sie nur ein Jahr dort lehren: Unter dem Nationalsozialismus darf sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihren Beruf nicht mehr ausüben. Edith Stein tritt nun in den Karmel Köln-Lindenthal ein und nimmt im Gedenken an Theresa von Avila den Ordensnamen "Teresia Benedicta a Cruce" an. Im Kölner Karmel widmet sie sich wieder wissenschaftlichen Arbeiten. Bald schon muss sie jedoch Deutschland verlassen; sie emigriert gemeinsam mit ihrer Schwester Rosa nach Echt in Holland. Am 2. August 1942 wird sie von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Edith Stein wird dort am 9. August 1942 in der Gaskammer ermordet.

Ihre Selig- und Heiligsprechung wurde u.a. durch den Verein Katholischer Lehrerinnen vorangebracht. Katholischen Frauen im Beruf lag in besonderer Weise daran, dass eine wissenschaftlich gebildete und berufstätige Frau in den Heiligenkalender der katholischen Kirche aufgenommen wurde. Am 10. Mai 1987 wird Edith Stein selig gesprochen, die Heiligsprechung folgte am 9. Oktober 1998 in Rom.

Tagesgebet zum Gedenktag am 9. August:

Gott unser Vater, du hast die heilige Märtyrin Edith Stein, Teresia Benedicta, zur Erkenntnis deines gekreuzigten Sohnes geführt und in seine Nachfolge bis zum Tod gerufen. Auf ihre Fürsprache lass alle Menschen im Gekreuzigten den Erlöser erkennen und durch ihn zur Schau der Herrlichkeit gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.

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Text: Heike Harbecke | Foto: Archiv
07.09.2007

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