
230 Priester kamen zur Wallfahrt nach Xanten.
230 Geistliche bei Priesterwallfahrt nach Xanten
"Vielfalt als kostbare Gabe nutzen"
Bistum.Mehr als 230 Geistliche aus dem Bistum Münster sind am Montag (06.09.2010) in Xanten zu einem Besinnungs- und Begegnungstag zusammengekommen. Bischof Felix Genn hatte die Priester im Nachklang des Priesterjahres mit dem Ziel eingeladen, ihnen Mut zuzusprechen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und die Gemeinschaft untereinander zu fördern.
Das Wort Jesu Christi verkünden, seinen Leib und sein Blut in den Händen halten und verteilen zu können, sei ein solch kostbarer Schatz, dass er den Priestern auch dann Kraft gebe, wenn sie die Schwierigkeiten in ihrem seelsorgerischen Alltag bedrückten, sagte Bischof Felix Genn in seiner Predigt im Xantener St.-Viktor-Dom. Der Priester erfahre als Verkündiger der Botschaft, dass der Glanz des göttlichen Lichts in ihm aufleuchte, weil er Jesus kennengelernt habe.
Bischof Felix Genn feierte mit den Priestern ein Pontifikalamt im Xantener Dom. |
"Wir tragen einen Schatz in zerbrechlichen Gefäßen", rief der Bischof den Priestern zu. Genn ermunterte sie, angesichts der Herausforderungen nicht zu resignieren. "Starren Sie nicht auf das Vergängliche, sondern schauen Sie auf das Ewige, den Herrn, der mit uns geht." Es bedrücke ihn oft, von seinen priesterlichen Mitbrüdern viel verlangen zu müssen, sagte er. Genn bat sie, bei allen beruflichen Belastungen in ihrem priesterlichen Dienst vor allem die Menschen mit Krankheit, Not und Leid in die Mitte zu stellen. Genn mahnte die Priester, sich an Vorbildern wie Karl Leisner zu orientieren, die in ihrer Liebe zu Gott viel Leid aber auch Gnade erfahren hätten. Er erinnerte in seiner Predigt daran, dass sie die Eucharistie über den Gräbern vieler Glaubenszeugen feierten. Der Bischof zelebrierte das Pontifikalamt in dem Gewand, das der selige Leisner am 26. Dezember 1944 während der Primizfeier zum ersten und einzigen Mal getragen hatte. In der Eucharistiefeier wurde auch der Kelch von Leisners Primizfeier verwandt.
Viele Begabungen
Am Morgen waren die Priester aus allen Regionen des Bistums nach Xanten gekommen. Vor der St.-Viktor-Kirche im Ortsteil Birten, wo der heilige Viktor den Märtyrertod erlitten hatte, begrüßte der Bischof die Priester einzeln mit Handschlag. Genn eröffnete den Besinnungstag mit einem geistlichen Impuls. Er wolle mit diesem Tag zeichenhaft zum Ausdruck bringen, dass er gerade auch in den bedrückenden Zeiten an ihrer Seite gestanden habe und stehe. Genn ermunterte die Geistlichen, die Vielfältigkeit im Presbyterium der Kirche von Münster nicht als Belastung, sondern vielmehr als Chance zu begreifen, die eine große Vielfalt der Begabungen und Charismen mit sich bringe. Er wünschte seinen Mitbrüdern, dass sie die Wallfahrt "im Miteinander der Sendung" bestärke.
Von Birten aus zogen die Priester – zunächst den Rosenkranz betend und sich anschließend in Gruppen austauschend – über den Fürstenberg nach Xanten. "Der Bischof hat die Spannung aufgezeigt, in der wir stehen und uns ermutigt, die Chancen einer Gemeinschaft auch zu ergreifen", sagte der Emmericher Pfarrer Peter Kossen. "Mit diesem Tag hat uns der Bischof gezeigt, dass er nicht nur sagt, uns nahe zu sein, sondern uns nahe ist", sagte Pfarrer Christoph Winkeler aus Damme. "Es ist gut, dass wir Priester zu dieser Wallfahrt zusammengekommen sind." Stefan Dördelmann, Pfarrer in Geldern, hat dieses Treffen zum Austausch ermutigt und im Dienst gestärkt.
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Text: Jürgen Kappel | Fotos: Jürgen Kappel
06.09.2010
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