Trauerandacht in Hannover:
Trelle und Käßmann bestürzt über Enkes Tod
Hannover. Die beiden großen Kirchen in Niedersachsen haben sich tief bestürzt über den Tod von Robert Enke gezeigt. Der 32-jährige Torhüter von Bundesligist Hannover 96 und der Nationalmannschaft hatte am Dienstagabend (10.11.2009) Suizid begangen.
Der katholische Dechant der Region Hannover, Propst Martin Tenge, bezeichnete Enke als "Ausnahmefußballer, der die Mannschaft zusammen gehalten und sehr positiv geprägt hat". In seinem Beileidsschreiben an den Präsidenten von Hannover 96, Martin Kind, verwies Tenge darauf, dass der Torwart für viele Kinder ein Idol gewesen sei. Mit dem Tod von Robert Enke gehe dem Verein nicht nur ein Leistungsträger verloren, sondern eine Persönlichkeit und ein wertvoller Mensch, "der dem Verein ein sympathisches Gesicht" gegeben habe, so der Propst.
Freundliche und freundschaftliche Art
Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle zeigte sich betroffen, dass Enke "keinen anderen Ausweg mehr" gewusst habe. "Seine freundliche und freundschaftliche Art hat Robert Enke immer ausgezeichnet - auch auf dem Fußballplatz", sagte Trelle auf Anfrage. "Ich werde für Robert Enke und für seine ganze Familie beten", so Trelle.
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann, nannte Enke einen Sympathieträger. "Uns alle hat gerührt, wie er mit seiner kleinen kranken Tochter und ihrem Tod umgegangen ist." Mit seinem sportlichen Engagement und seinem intensiven Einsatz für Tiere habe er viele Herzen erreicht, so die Bischöfin. Sie werde für seine Frau und ihr kleines Adoptivkind beten. "Wir werden Robert Enke vermissen in Hannover."
Trauerandacht "auf Bitten der Fans des Nationaltorhüters"
Anlässlich des Todes von Robert Enke fand am Mittwoch in der Marktkirche Hannover eine Trauerandacht statt. Sie wurde "auf Bitten der Fans des Nationaltorhüters" von Bischöfin Käßmann gestaltet, teilte die Hannoversche Landeskirche mit. Die Fürbitte hielt der katholische Pfarrer Heinrich Plochg.
Nach dem Gottesdienst gedachten in einem Trauermarsch rund 35.000 Menschen des Nationaltorhüters. Tausende Kerzen brannten vor dem Stadion von Hannover 96.
Text: göc,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
12.11.2009
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