
Christian Wacker.
Interview mit Christian Wacker
Warum treffen sich die Messdiener in Kevelaer?
Bistum. Messdiener aus sieben Diözesen machen sich am Samstag (29.08.2009) auf den Weg nach Kevelaer. Während sich der Wallfahrtsort am Niederrhein für den Besuch von 10.000 Kindern und Jugendlichen rüstet, freuen sich die Ministranten aus dem Bistum Münster auf die Begegnung mit ihren Kollegen aus Hamburg, Hildesheim, Osnabrück, Paderborn, Köln und Aachen und auf einen erlebnisreichen Tag.
Kirche+Leben sprach mit Christian Wacker, Referent für Religiöses Lernen und Messdienerarbeit im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, über diese Wallfahrt.
Kirche+Leben: Welche Idee steht hinter der ersten Nordwestdeutschen Messdienerwallfahrt?
Christian Wacker: In einem Arbeitskreis, in dem die Ministrantenreferenten und -referentinnen der nordwestdeutschen Bistümer zusammentreffen, haben wir überlegt, was das Messdienersein von Kindern und Jugendlichen in den Pfarrgemeinden ausmacht: dass sie persönliche Begabungen entdecken und in die Gemeinde einbringen, in Gemeinschaft handeln, religiöses Wissen vertiefen und den Glauben feiern. Mit der Wallfahrt möchten wir allen Altersstufen ermöglichen, diese Erfahrungen über die Gemeinde und über die Bistumsgrenze hinaus zu machen. Bei sternförmigen Diözesanpilgerwegen sind zunächst alle mit ihrem Bistum unterwegs. Dann treffen sich alle Bistümer in Kevelaer und feiern gemeinsam ein großes Fest des Glaubens.
Kirche+Leben: Warum treffen sich die Messdiener in Kevelaer?
Wacker: In Kevelaer steht im Mittelpunkt der kleine Kupferstich: Maria als Trösterin der Betrübten. Wer sich das Bild anschaut, der sieht Maria, die ihren Sohn auf dem Arm trägt, und das Jesuskind, das den Betrachter segnet. Dieses Bild, zu dem jährlich fast eine Million Menschen pilgern, ist winzig klein. Da wird deutlich, dass so eine Wallfahrt nach Kevelaer uns Menschen dabei helfen kann, daran zu glauben, dass Gott jedem einzelnen seine Nähe zeigt und uns auch im Kleinen immer wieder zusagt: "Ich glaub' an dich."
Kirche+Leben: Das ist auch das Motto der Wallfahrt. Welche Bedeutung hat es?
Wacker: Auf der einen Seite tut es gut, wenn jemand zu mir sagt: "Ich glaub' an dich." Das gibt mir Mut und Selbstvertrauen. Auf der anderen Seite tut es auch gut, wenn ich jemandem sagen kann: "Ich glaub' an dich." Dann habe ich jemanden, dem ich vertrauen kann, auf den ich mich verlassen kann. Wir Christen glauben, dass Gott als erstes "Ich glaub' an dich" gesagt hat. Er hat jedem einzelnen Menschen zusagt: Du bist mir wertvoll, ich trau dir etwas zu. Weil Gott das zu uns sagt, können wir antworten: "Und ich glaub' an dich, Gott." Das eint uns als Messdiener, als Katholiken, als Christen. Und Maria ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Zusage "Ich glaub' an dich, Gott" zum roten Faden des Lebens werden kann.
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