
Pfarrer Wolf stellt sich den indischen Priestern vor.
Treffen der "Priester der Weltkirche" in Münster
Integration auch im Pfarrhaus
Bistum. Sie leisten wertvolle Dienste in der Seelsorge und helfen aus, wenn Vertretungen für einen Ortspfarrer nötig sind: Im Bistum Münster sind die ausländischen Priester nicht mehr wegzudenken. Beim einem Treffen mit diesen "Priestern der Weltkirche" am Mittwoch (16.09.2009) im Priesterseminar Borromaeum in Münster ging es um mehr als, als nur den neuen Bischöflichen Beauftragten für die Priester der Weltkirche, Pfarrer Stephan Wolf aus Schöppingen-Eggerode, kennen zu lernen.
"Für uns ist auch der Austausch untereinander wichtig, besonders mit den Priestern aus unseren Heimatländern", sagt Augustin Pandiamakel aus der Gemeinde St. Martin im niederrheinischen Wachtendonk-Wankum. Der indische Priester wirkt seit acht Jahren in der Diözese Münster, in der er zunächst eine Stelle in Emmerich übernahm und nun als Vicarius Cooperator mit dem Titel Pfarrer in Wankum wirkt.
60 Priester im Bistumsdienst
Er stammt, wie die meisten der indischen Priester, aus der Diözese Kerala, zu der das Bistum Münster in den 1990er Jahren seine Beziehungen intensivierte, um vor allem junge Priester nach Deutschland zu holen. Mittlerweile leisten mehr als 60 Priester aus Indien ihren Dienst in der Diözese, hinzu kommen etwa 20 Priester, die aus Nigeria, Rumänien, Polen, Kroatien und anderen Ländern stammen.
Bei dem Treffen in Münster, zu dem 45 Seelsorger gekommen waren, standen im Gespräch sensible Themen an: Nicht immer und überall seien ihre Aufgaben in den Pfarrgemeinden und pastoralen Teams geklärt. Gelegentlich komme es vor, dass die ausländischen Priester nur als Aushilfskräfte angesehen würden, berichteten einige Teilnehmer. Die aus den kirchenrechtlichen Bestimmungen abgeleitete Bezeichnung eines Vicarius Cooperator könne zu Missverständnissen führen, ebenso die Bezeichnung eines Kaplans, wo doch der Priester eigentlich ein Ordensmann und damit ein Pater ist.
"Pfarrverwalter in der Stellung eines Pfarrers"
In einigen Gemeinden haben ausländische Priester mittlerweile die Pfarrverwaltung übernommen. In der Gemeinde St,. Margareta in Westerkappeln beispielsweise hat Pater Shaji George die Aufgabe eines "Pfarrverwalters in der Stellung eines Pfarrers" übernommen. Weil er (und andere) nicht im Bistum Münster inkardiniert sind, bleiben bestimmte Rechte eines Ortspfarrers verwehrt.
Neben diesen innerkirchlichen Aufgabenbeschreibungen stellen sich für einige Seelsorger ganz andere Fragen. Aufgrund der zeitlich befristeten Verträge für einen ausländischen Priester - in der Regel gilt ein "Fünf-Jahres-Vertrag", der meistens für weitere fünf Jahre verlängert wird – und des häufigen Ortswechsels haben einige Priester Probleme, sich heimisch fühlen zu können.
Verwaltung und bürokratischen Formalitäten
Auch seien einige überfordert, die Verwaltung und bürokratischen Formalitäten zu übernehmen, wenn sie den Ortspfarrer für längere Zeit vertreten müssten. Hinzu kommen bei einigen Seelsorgern Schwierigkeiten hinzu, die Kenntnisse der deutschen Sprache auszubauen, weil die Sprachbarrieren zu hoch seien.
Um die Anliegen der "Priester der Weltkirche" in die richtige Bahn zu lenken und Hilfen anbieten zu können, versprachen Pfarrer Wolf und der künftige Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Bischöflichen Generalvikariat Münster, Hans-Bernd Köppen, die Fortbildung auszubauen und stets als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.
Unterstützung
In der Begleitung unterstützt werden sie vom Pastoralreferenten Karl Render und von der früheren Pastoralreferentin Maria Pannenberg, die aufgrund ihrer früheren Tätigkeit für Fragen der Mission und kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit viele Kontakte zu den ausländischen Priestern unterhält.
Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard
16.09.2009
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