
Bischof Genn:
Bischof möchte alle auf den Weg aus der Krise mitnehmen
Genn: Dialogprozess durch Memorandum "eher erschwert"
Bistum. Bischof Felix Genn hat den Dialogprozess in der katholischen Kirche Deutschlands als "richtig und wichtig" bewertet, hält aber die Memorandum-Vorschläge von mehr als 200 Hochschullehrern nicht für "den Weg, der die Bewältigung dieser Krise leistet".
Im Interview mit "kirchensite.de" warb Bischof Genn am Freitag (11.02.2011) um Verständnis dafür, dass die deutschen Bischöfe Zeit benötigten, um den inhaltlichen Rahmen für den Dialogprozess zu erstellen und "von vornherein auch alle mit auf den Weg zu nehmen".
Erneuerung der Kirche "ein Werk der Gnade Gottes"
Durch das Memorandum der Professoren sieht Bischof Genn den Dialogprozess "eher erschwert". Während die Professoren etwa "Grabesruhe" fürchteten, wenn "die letzten Hoffnungen zunichte gemacht" würden, sei für ihn eine Erneuerung der Kirche "immer auch ein Werk der Gnade Gottes"; er vertraue dem Wirken des Heiligen Geistes, "dass er die Kirche auch durch diese schwere Krise führt".
Was Änderungen der Pfarreistrukturen angeht, sieht Bischof Genn Spielräume, "wie die konkrete Gestalt einer Gemeindeleitung im Zusammenspiel der unterschiedlichen Dienste und Ämter und in der Kooperation mit den vielen ehrenamtlichen Kräften aussehen kann". Aber auch in Zukunft bleibe "die Leitung einer Pfarrei mit dem priesterlichen Dienst verbunden".
"Überzeugt von eheloser Lebensform"
So sehr auch die Missbrauchs-Skandale die zölibatäre Lebensform verdunkelt haben, Bischof Genn zeigt sich überzeugt von "der Verbindung zwischen priesterlichem Amt und eheloser Lebensform". Er könne sich "niemals zu einer anderen Form entscheiden – persönlich und kirchlich". Aus diesem Grund kann sich Felix Genn für das Thema der "viri probati", der verheirateten Priester "nicht erwärmen".
Was kirchliche Ämter für Frauen betrifft, ist das lehramtliche Nein von Papst Johannes Paul II. von 1994 für Bischof Genn "verbindlich". Allerdings betont er seine Wertschätzung für das "hohe Engagement unzähliger Frauen in der Kirche" und fordert weiteres Nachdenken darüber, "wie Frauen in Leitungsaufgaben der Kirche, die nicht an die Weihe gebunden sind, noch mehr Berücksichtigung finden".
Situation der wiederverheirateten Geschiedenen
Die Situation der wiederverheirateten Geschiedenen bewertet Bischof Genn als "dornige und leidvolle Frage" und als "immense Herausforderung". Möglichkeiten der Sakramenten-Zulassung seien "weiter zu bedenken".
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Text: Hans-Josef Joest | Foto: Michael Bönte
11.02.2011
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