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24.05.2012
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Genn

Bischof Felix Genn.

Feier der Osternacht im St.-Paulus-Dom in Münster

Bischof Genn: Das österliche Leben kann im Alltag wachsen

Bistum. Bischof Felix Genn ermutigt die Christen, an Ostern neu mit Jesus anzufangen und mit ihm weiterzugehen. Der Auferstandene fordert die Jünger im Matthäusevangelium der Osternacht auf, nach Galiläa zu gehen, dort würden sie ihn sehen. "Dieses Galiläa ist ein Bild für den Alltag", sagte Genn in der Osternacht am frühen Sonntag (24.04.2011) im St.-Paulus-Dom in Münster. Auch im Alltag der Christen heute "kann das Leben der Gnade wachsen".

"Herzlichen Glückwunsch, weil wir getauft sind", begann der Bischof seine Predigt. Vielleicht mute die Gratulation merkwürdig an, weil viele Gläubige die Taufe für selbstverständlich hielten und ihnen der Wert dieses Sakraments gar nicht mehr so bewusst sei. Es sei aber ein großes Geschenk, glauben zu können, Jesus als Freund zu wissen. Christen seien dem nah, der am Kreuz gestorben und von den Toten auferweckt worden sei: "Er gibt uns in der Taufe lebendiges Wasser, das in das ewige Leben strömt", sagte Genn in der Osternachtsfeier, in der die Weihe des Taufwassers und die Erneuerung des Taufversprechens durch die Gläubigen zentrale Bestandteile sind.

Auferstehung schenkt Neuanfang

Mit Blick auf die nächtliche Lesung der Schöpfungsgeschichte (Gen 1) zitierte der Bischof den Kirchenlehrer Augustinus, der Mensch sei "durch Stärke erschaffen", aber von Jesus am Kreuz "durch Schwäche erlöst". In dieser Erlösung sei alles vernichtet, "was unserem Urdrang, gut zu sein, im Weg steht". Mehr noch: "Wir können gar nicht sündigen, wenn wir Jesus in unserem Leben Raum geben."

Deshalb ist Galiläa (Mt 28,10) für Genn ein so wichtiges Bild. Galiläa sei Alltag, dort habe für Jesus alles angefangen; seine Auferstehung schenke nun auch den Christen einen Neuanfang. Auch dazu sprach der Bischof einen "herzlichen Glückwunsch" aus. Er rief die Gläubigen zudem auf, sich vom Wort Jesu "jeden Sonntag neu speisen" zu lassen.

In österlichem Jubel schloss Genn die Osternachtspredigt nicht mit dem üblichen "Amen", sondern mit einem Ausruf des Glücks und des Gotteslobs: "Felix – Halleluja!"

"Mit aller Macht" gegen Gefährdungen des Lebensschutzes

Bischof Felix Genn ruft dazu auf, sich "mit aller Macht" gegen Gefährdungen des Lebensschutzes zu stemmen. Wer Ostern aus der Freundschaft und Liebe zu Jesus in der Tiefe des Herzens feiern könne, werde sich dagegen erheben, dass auf leisen Sohlen, "mit kleinen Änderungen, die oft in ihrer Tragweite gar nicht gesehen werden, der Schutz des Lebens gefährdet wird", sagte Genn im Pontifikalamt am Morgen des Ostersonntags (24.04.2011) im münsterschen Dom.

Der Bischof äußerte sich unter anderem angesichts der laufenden Beratungen des Deutschen Bundestags zur gesetzlichen Regelung der Präimplantations-Diagnostik (PID). Dabei werden Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter auf Gen-Defekte und Erbkrankheiten überprüft und gegebenenfalls vernichtet. Die katholische Kirche setzt sich für ein generelles Verbot der PID ein, wie es einer der Gesetzentwürfe vorsieht. Zwei weitere Vorschläge sehen unterschiedlich weitgehende Ausnahmen vor.

Appelle zum Lebensschutz verhallten jedoch, wenn es nicht "Zeugen der Osterbotschaft" gebe, sagte Genn in der Predigt. Dann bliebe Ostern "in der Tat nur ein Hasenfest". In der Fastenzeit 2011 hatte eine Buchhandelskette für Empörung gesorgt, als sie vor Ostern "Geschenke fürs Hasenfest" beworben hatte.

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Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
24.04.2011

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