
Bischof Felix Genn.
Feier der Osternacht im St.-Paulus-Dom in Münster
Bischof Genn: Das österliche Leben kann im Alltag wachsen
Bistum. Bischof Felix Genn ermutigt die Christen, an Ostern neu mit Jesus anzufangen und mit ihm weiterzugehen. Der Auferstandene fordert die Jünger im Matthäusevangelium der Osternacht auf, nach Galiläa zu gehen, dort würden sie ihn sehen. "Dieses Galiläa ist ein Bild für den Alltag", sagte Genn in der Osternacht am frühen Sonntag (24.04.2011) im St.-Paulus-Dom in Münster. Auch im Alltag der Christen heute "kann das Leben der Gnade wachsen".
"Herzlichen Glückwunsch, weil wir getauft sind", begann der Bischof seine Predigt. Vielleicht mute die Gratulation merkwürdig an, weil viele Gläubige die Taufe für selbstverständlich hielten und ihnen der Wert dieses Sakraments gar nicht mehr so bewusst sei. Es sei aber ein großes Geschenk, glauben zu können, Jesus als Freund zu wissen. Christen seien dem nah, der am Kreuz gestorben und von den Toten auferweckt worden sei: "Er gibt uns in der Taufe lebendiges Wasser, das in das ewige Leben strömt", sagte Genn in der Osternachtsfeier, in der die Weihe des Taufwassers und die Erneuerung des Taufversprechens durch die Gläubigen zentrale Bestandteile sind.
Auferstehung schenkt Neuanfang
Mit Blick auf die nächtliche Lesung der Schöpfungsgeschichte (Gen 1) zitierte der Bischof den Kirchenlehrer Augustinus, der Mensch sei "durch Stärke erschaffen", aber von Jesus am Kreuz "durch Schwäche erlöst". In dieser Erlösung sei alles vernichtet, "was unserem Urdrang, gut zu sein, im Weg steht". Mehr noch: "Wir können gar nicht sündigen, wenn wir Jesus in unserem Leben Raum geben."
Deshalb ist Galiläa (Mt 28,10) für Genn ein so wichtiges Bild. Galiläa sei Alltag, dort habe für Jesus alles angefangen; seine Auferstehung schenke nun auch den Christen einen Neuanfang. Auch dazu sprach der Bischof einen "herzlichen Glückwunsch" aus. Er rief die Gläubigen zudem auf, sich vom Wort Jesu "jeden Sonntag neu speisen" zu lassen.
In österlichem Jubel schloss Genn die Osternachtspredigt nicht mit dem üblichen "Amen", sondern mit einem Ausruf des Glücks und des Gotteslobs: "Felix – Halleluja!"
"Mit aller Macht" gegen Gefährdungen des Lebensschutzes
Bischof Felix Genn ruft dazu auf, sich "mit aller Macht" gegen Gefährdungen des Lebensschutzes zu stemmen. Wer Ostern aus der Freundschaft und Liebe zu Jesus in der Tiefe des Herzens feiern könne, werde sich dagegen erheben, dass auf leisen Sohlen, "mit kleinen Änderungen, die oft in ihrer Tragweite gar nicht gesehen werden, der Schutz des Lebens gefährdet wird", sagte Genn im Pontifikalamt am Morgen des Ostersonntags (24.04.2011) im münsterschen Dom.
Der Bischof äußerte sich unter anderem angesichts der laufenden Beratungen des Deutschen Bundestags zur gesetzlichen Regelung der Präimplantations-Diagnostik (PID). Dabei werden Embryonen, die durch künstliche Befruchtung entstanden sind, vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter auf Gen-Defekte und Erbkrankheiten überprüft und gegebenenfalls vernichtet. Die katholische Kirche setzt sich für ein generelles Verbot der PID ein, wie es einer der Gesetzentwürfe vorsieht. Zwei weitere Vorschläge sehen unterschiedlich weitgehende Ausnahmen vor.
Appelle zum Lebensschutz verhallten jedoch, wenn es nicht "Zeugen der Osterbotschaft" gebe, sagte Genn in der Predigt. Dann bliebe Ostern "in der Tat nur ein Hasenfest". In der Fastenzeit 2011 hatte eine Buchhandelskette für Empörung gesorgt, als sie vor Ostern "Geschenke fürs Hasenfest" beworben hatte.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Kirche von A bis Z: Ostern
Kirche von A bis Z: Auferstehung
Glaubens-ABC: Auferstehung des Leibes
VIDEO: Das Osterevangelium nach Matthäus
Dossier: Fasten- und Osterzeit
Dossier: Bischof Felix Genn
Text: Jens Joest | Foto: Michael Bönte
24.04.2011
Schwerpunktthema
Vom 16. bis 20. Mai 2012 findet in Mannheim der 98. Deutsche Katholikentag statt. Er steht unter dem Leitwort "Einen neuen Aufbruch wagen".
Vorlagen für Maiandachten
Ein besonderer kirchensite.de-Service: Wir bieten Ihnen eine Reihe von Vorschlägen für Andachten zur Muttergottes im Monat Mai zum Herunterladen an.
Neues Seelsorgekonzept
Im Bistum Münster wird derzeit ein neuer Diözesanpastoralplan erstellt. Er soll Schwerpunkte der Seelsorge benennen. Ein erster Entwurf steht zum Herunterladen bereit.
Dossier: Maria
Maria ist die Mutter Jesu Christi - und hat daher eine besondere Stellung im christlichen Glauben.
Landvolkshochschule
Mit einem Festakt wurde der langjährige Direktor der Landvolkshochschule "Schorlemer Alst", Johannes K. Rücker, in den Ruhestand verabschiedet.
Wohnungsnotfallhilfe
In einer Wohnung oder einem Haus zu wohnen, ist für Jeden selbstverständlich und lebensnotwendig.
Kommunionempfang
Erzbischof Robert Zollitsch setzt sich weiterhin dafür ein, dass Katholiken auch nach Scheidung und Wiederheirat die Kommunion empfangen können.
Heilige und Selige
Das Bistum Münster kann auf viele Frauen und Männer zurückblicken, die ein herausragendes Zeugnis für den christlichen Glauben abgelegt haben.
Marienmonat
Als schönster Monat des Jahres soll der Mai der "schönsten aller Frauen" geweiht sein. Maialtäre und Maiandachten entstammen einer barocken Frömmigkeitstradition.
Ehegericht
Mit seinen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beschäftigt sich Offizial Kurt Schulte größtenteils mit so genannten Ehenichtigkeitskeitsverfahren.
Sterbebegleitung
Wann beginnt das Sterben? Was erwartet mich auf meinen letzten Wegen vor dem Tod? Kann ich mich und meine Verwandten auf diese Wege vorbereiten?
Service für Sie
Spruch des Tages
Reden, Fragen, Antworten finden
Seelsorger/-innen
Heiligenlexikon in "kirchensite.de"
im
Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:
Kontakt
kirchensite-Redaktion:
redaktion
kirchensite.de
Lebenshilfe+Seelsorge:
Martin Weber
weber
kirchensite.de
Technik:
technik
dialogverlag.de

















Newsticker für Ihr Web