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24.05.2012
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Bischof Felix Genn.

Bischof Felix Genn.

"Tag der Ehrenamtlichen" im Bistum Münster

Bischof Felix Genn würdigt Engagement

Bistum. Bischof Felix Genn hat das ehrenamtliche Engagement der Christen in den Pfarreien und Verbänden als unschätzbaren Dienst in der Kirche gewürdigt: "Ohne deren Einsatz sind nicht nur unsere Kirchengemeinden, sondern auch unsere Gesellschaft als Ganze nicht denkbar", sagte Genn beim "Tag der Ehrenamtlichen" am Samstag (13.03.2010) in der Halle Münsterland in Münster.

Zu diesem Tag hatte der Bischof gemeinsam mit der Vorsitzenden des Diözesankomitees der Katholiken, Margret Pernhorst, eingeladen. Rund 700 Menschen aus allen Teilen des Bistums Münster nahmen daran teil. Im Mittelpunkt standen der Vortrag von Bischof Genn und der Austausch über die Situation in den Gemeinden.

"Talente und Charismen" einsetzen

Die Engagierten aus den Pfarreien der Diözese Münster ermutigte der Bischof, auch in der Zeit der gesellschaftlichen und kirchlichen Umbrüche, ihre "Talente und Charismen" in der praktischen Gemeindearbeit einzusetzen. "Ehrenamtliches Engagement in der Kirche ist keineswegs nur schmückendes Beiwerk, noch dient es als Lückenbüßer für die kleiner werdende Zahl von Priestern. Die Mitarbeit der Laien bei der Evangelisierung in Gegenwart und Zukunft ist wichtig und dringlich", betonte der Bischof.

Den "Tag der Ehrenamtlichen", den das Bistum und das Diözesankomitee erstmals für die in den Gemeinden engagierten Ehrenamtlichen durchführte, nutzte der Bischof, um auf die Veränderungen in der kirchlichen Mitarbeit hinzuweisen: "Wir alle werden spüren und haben es womöglich schon schmerzhaft erfahren, dass es nicht mehr selbstverständlich ist, dass Menschen sich dauerhaft und verbindlich bei uns engagieren. Es ist nicht sicher, ob das, was uns lieb und teuer ist, auch in Zukunft Bestand haben wird."

Stellvertretend für viele den Glauben feiern

Das Schauen allein auf Zahlen könne deprimieren, wenn man zum Beispiel auf die rückläufigen Kirchenbesucherzahlen schaue, meinte Genn. Doch diese Sicht versperre den Blick auf die Zukunft: "Ich halte es für richtiger und auch für geboten, die Perspektive zu wechseln. Statt uns durch das 'noch weniger' zu lähmen, sollten wir auf das schauen, was gelingt, wo wir stellvertretend für viele den Glauben feiern, verkünden und leben."

Ein nüchterner Blick auf die kirchliche Realität könne helfen, "Energien für neue Wege der Glaubensverkündigung und Glaubensweitergabe" freizusetzen. Dies beinhalte, Veränderungen im Ehrenamt wahrzunehmen. Mehr als früher sei heute die Mitarbeit biografisch bestimmt und somit zeitlich befristet. Favorisiert werde ein projektbezogenes Engagement mit klarem Anfang und Ende, meinte Genn.

Bischof Felix Genn suchte das Gespräch mit den Ehrenamtlichen.

"Bereitschaft zum Engagement hat sich erhöht"

Die Gemeinden müssten verstärkt hinschauen, welche Aufgaben einer kontinuierlichen Begleitung bedürfen und welche sich zeitlich und inhaltlich anders strukturieren lassen. Die Sichtweise, dass sich immer weniger junge Menschen für ein Ehrenamt interessierten, teilt Genn nicht. Im Gegenteil: "Die Bereitschaft zum Engagement hat sich erhöht. Das beweisen Studien."

Deshalb müsse es in der Kirche eine zeitgemäße Organisation des Ehrenamts geben. "Ich denke, dass wir die Arbeit der Ehrenamtlichen in unseren größeren Pfarreien an dem Modell der Freiwilligen-Agenturen ausrichten könnten. Um auf Zukunft ehrenamtliches Engagement zu sichern, gilt es, neue Modelle und Vernetzungen von Ehrenamtlichen auszuprobieren." Der Bischof versprach, hierzu Modellprojekte zu unterstützen.

Pfarrgemeinden als Orte gelebter Gastfreundschaft

Wer sich heute für die Kirche einsetze und die Gemeinschaft der Gläubigen fördere, müsse eine vom "Geist durchgedrungene Gemeinschaft und Gastfreundschaft" ausstrahlen. Immer wieder seien die Pfarreien gefordert, ihre Arbeit zu überprüfen, meinte der Bischof und formulierte die Herausforderungen: Werden die Pfarrgemeinden als Gemeinschaft der Gläubigen wahrgenommen? Sind sie ein Ort gelebter Gastfreundschaft, in der Fremde willkommen sind? Wie können Pfarreien, Verbände und Einrichtungen dem Eindruck einer "geschlossenen Gesellschaft" eine Kultur der Offenheit entgegensetzen?

Der Bischof betonte, dass er die Zusammenarbeit mit den Laien auf allen Ebenen des Bistums, in der Pfarrei, auf Kreis- wie auf Bistumsebene für unerlässlich halte und in keiner Weise darauf verzichten wolle. Dies schließt für ihn ein Nachdenken darüber ein, "welche Formen und Strukturen auf Dauer geeignet sind, um eine bestmögliche Beteiligung der Laien auf den unterschiedlichen Ebenen in unserem Bistum zu gewährleisten".

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterFotostrecke: Ehrenamtstag des Bistums Münster
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDokumentiert: Vortrag von Bischof Felix Genn beim Ehrenamtstag
  2. undefinedPernhorst: "Gelebter Glaube macht diese Welt besser"
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDokumentiert: Vortrag von Margret Pernhorst beim Ehrenamtstag

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.dioezesankomitee.de  

Text: Johannes Bernard | Foto: Dirk Bauer
13.03.2010

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