Bedauern und Wille zur Aufklärung
Dokumentiert: Stellungnahme der Canisianer zu Missbrauchsvorwürfen
Bistum. Zu den aktuellen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs durch einen Canisianerbruder am Collegium Johanneum (Loburg) in Ostbevern nimmt der Leiter der Brüdergemeinschaft, Bruder Ludwig Rensing, Stellung. kirchensite.de dokumentiert die Erklärung:
Durch ein Telefonat mit einem Journalisten der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld) haben wir am Montag, 8. März 2010, zum ersten Mal vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs in den 1960er Jahren an einem Schüler im Internat des Gymnasiums Johanneum (Loburg) in Ostbevern durch einen "Bruder Wolfgang" Kenntnis erhalten. Zuvor wussten wir von diesen Vorwürfen nichts.
Hervorgerufen durch die aktuelle Berichterstattung, melden sich weitere ehemalige Schüler, die von sexuellem Missbrauch durch Bruder Wolfgang berichten. Die diözesane Kommission für "Fälle des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst" unter Vorsitz von Pfarrer Dr. Hans Döink ermittelt in diesem Fall.
Wir können unsererseits bestätigen, dass in der genannten Zeit besagter Bruder Wolfgang zu unserer Gemeinschaft gehörte. Er trat 1963 bei den Canisianern ein. Als Erzieher hat er, nachdem er am Martinistift in Nottuln tätig war, von April 1966 bis Juli 1967 im Internat Loburg gearbeitet.
Kurze Zeit später hat er die Brüdergemeinschaft verlassen. Der Grund über diesen Weggang ist in den bisher gesichteten Akten nicht vermerkt. Nach seinem Austritt gibt es keinen Kontakt mit ihm. Die Frage nach seinem jetzigen Verbleib können wir daher nicht beantworten. Wir bemühen uns, den Beschuldigten ausfindig zu machen, um das der Missbrauchskommission des Bistums Münster mitzuteilen.
Richtig zu stellen ist, dass weder Gymnasium noch Internat in Trägerschaft der Canisianer sind (wie dies in Medienberichten behauptet wurde). Brüder waren dort allerdings viele Jahre als Erzieher tätig.
Die jetzigen Leitungsverantwortlichen der Brüdergemeinschaft wollen alles dazu beitragen, was zur Klärung der Vorwürfe dient, und stellen weitere Nachforschungen an. Wir rufen daher auch alle Canisianerbrüder auf, zur Aufklärung beizutragen und gegebenenfalls weitere Vergehen bekannt zu machen; dies schließt mögliche Selbstanzeigen nicht aus.
Wir bedauern zutiefst den möglichen sexuellen Missbrauch; die Vorwürfe treffen uns sehr! Wir entschuldigen uns als Brüdergemeinschaft bei den ehemaligen Schülern des Gymnasiums, die Opfer derartiger Übergriffe durch Mitglieder unserer Gemeinschaft geworden sind und in den folgenden Jahren unter den Folgen leiden mussten.
Wir bitten alle, die Opfer durch sexuelle Übergriffe durch Mitglieder unserer Gemeinschaft geworden sind, sich bei der diözesanen Missbrauchskommission zu melden; sie wird dem nachgehen und Nachforschungen einleiten.
Kontakt: Kommission für "Fälle des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche
und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst"
Diözesaner Beauftragter und Vorsitzender:
Pfarrer Dr. Hans Döink, Am Tüskenbach 18a, 48653 Coesfeld.
Sekretariat: Horsteberg 11, 48135 Münster, Telefon: 0251 495-6036, Telefax: 0251 495-6030. E-Mail:
sekr.doeink
bistum-muenster.de
Die Canisianer im Internet:
www.canisianer.de
Münster, 11. März 2010
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Text: göc | Foto: Archiv
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