
- Die Bischöfe (Konzilsväter) auf ihren Plätzen in der Konzilsaula in der Peterskirche während des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Wahrheit durch Dialog
Zweites Vatikanisches Konzil
Das Zweite Vatikanische Konzil begann im Oktober 1962 und endete nach vier Sitzungsperioden im Dezember 1965. Es war das 21. Konzil der katholischen Kirche, zu dem alle Bischöfe und andere kirchliche Würdenträger der gesamten Weltkirche zur Beschlussfassung über kirchliche Angelegenheiten zusammengerufen wurden. Es wurde von Papst Johannes XXIII. einberufen und nach dessen Tod von Papst Paul VI. zu Ende geführt. Insgesamt nahmen 2850 "Konzilsväter" daran teil.
Das Konzil wollte die Kirche durch eine Reform ihrer Strukturen in eine neue Zeit führen und den Weg für die Einheit der Christen ebnen. Die ganze christliche Wahrheit sollte auf eine neue Art, nicht so sehr durch Weisungen und Dekrete, sondern durch Dialog ausgesagt werden.
Mitverantwortung eines jeden
Dazu erarbeitete die Versammlung 16 Dokumente (zwei dogmatische und zwei pastorale Konstitutionen, neun Dekrete und drei Erklärungen). Schlüsseldokumente sind die vier Konstitutionen: Die Dogmatische Konstitution über die Kirche brachte das neue Bild der Kirche als pilgerndes Volk Gottes, in dem jeder einzelne Mitverantwortung trägt.
Die Konstitution über die Liturgie brachte eine Reform des Gottesdienstes und der Sakramente, vor allem durch die Einführung der Volkssprache anstelle des Lateins. In der Pastoral-Konstitution über die Kirche in der Welt von heute äußerte sich das Konzil zu den Hauptproblemen der Moderne. Die Dogmatische Konstitution über die Göttliche Offenbarung ebnete der modernen Erforschung der Heiligen Schrift den Weg.
Daneben haben die Dokumente über die Ökumene, die Erneuerung des Ordenslebens, Leben und Dienst der Priester und das Laienapostolat große Breitenwirkung entfaltet.
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Quelle: Anton Magnus Dorn u. Gerhard Eberts (Hrsg.): Redaktionshandbuch Katholische Kirche. List-Verlag 1996. | Foto: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
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