
- Ein Priester beweihräuchert das Evangelienbuch.
Gottesverehrung und Anbetung
Weihrauch
Weihrauch entsteht durch das Verbrennen wohlriechenden Harzes des in Südarabien, Somalialand und Indien heimischen Boswellia-Strauches. Weihrauch findet sich im Kult vieler, vor allem östlicher, Religionen und Kulturen.
Das Christentum gebraucht Weihrauch von Anfang an; zunächst jedoch nur bei Begräbnissen aus apotropäischen (Unheil abwendenden) Gründen. In der Liturgie setzt sich der Gebrauch wegen der Verwendung im Heidentum nur zögernd durch. Im 4. Jahrhundert wird er im Osten üblich und kommt von dort in den Westen. Zunächst vor oder auf dem Altar verbrannt, kommt der Weihrauch um das Jahr 400 in ein Rauchfass, ein Becken aus Metall, manchmal versilbert oder vergoldet, das an drei oder vier Ketten getragen und dessen durchbrochener Deckel durch eine weitere Kette hochgezogen werden kann.
Vorbereitung für den Dienst vor Gott
Das Rauchfass wird bei Prozessionen getragen, mit ihm werden der Altar, das Evangelienbuch und die Opfergaben beweihräuchert (lat. inzensiert). Nicht nur Sachen, auch Personen werden in die Beweihräucherung einbezogen und sollen so für den Dienst vor Gott bereitet werden.
Weihrauch ist ein Symbol der Gottesverehrung und Anbetung. Die Magier aus dem Morgenland verehren den neugeborenen Heiland u.a. durch die Darbringung von Weihrauch (Mt 2, 11). In der Geheimen Offenbarung werden die Schalen von Rauchwerk in den Händen der Ältesten als die Gebete der Heiligen gedeutet (Offb 8, 3).
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts, Gerhard (Hrsg.), Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 | Foto: Michael Bönte
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