
- Das Vaterunser ist in Jerusalem auch auf Plattdeutsch zu lesen.
Kurzformel des Glaubens
Vaterunser
Das Vaterunser erscheint in dreifacher Überlieferung in den Evangelien nach Matthäus (Mt 6,9-13), Lukas (Lk 11,2 ff.) sowie in der frühchristlichen Schrift Didache (Did 8,2f.) in leicht unterschiedlichen Versionen.
Seit den Anfängen der christlichen Gemeinden ist das Vaterunser nicht nur Grundtext der Verkündigung und Katechese, sondern auch des gelebten Glaubens und des privaten, gemeinsamen Betens, welches drei Mal täglich anempfohlen ist (Did 8).
Es gilt als gemeinsames Gebet aller Christen, das Jesus seine Jünger selbst gelehrt hat. Im Vaterunser bekennen die Christen vertrauensvoll Gott als ihren Vater. Das Gebet besteht aus zwei Teilen: Den Du-Bitten, in denen die Christen um Gottes Verherrlichung bitten sowie den Wir-Bitten, in denen Gottes Hilfe in materieller und seelischer Not ersucht wird.
Auf Gott bezogen
Die mit "Dein" eingeleiteten Sätze sind auf Gott, seinen Eigennamen und Eigenwillen bezogen. Die mit "Unser" eingeleiteten Bitten streben nach den täglichen Grundbedürfnissen für die nachfolgende Gemeinde Jesu Christi. Diese sind ihrerseits nochmals in leibliche (Brotbitte) und geistliche (Vergebungs- und Erlösungsbitte) Gaben unterteilt. Die Bitten, die auf das für das Menschsein Notwendige bezogen sind, sind nicht individuell formuliert, sondern stehen im Rahmen dessen, was von Gott für die ganze Welt und alle Menschen (wie im Himmel, so auf Erden) erhofft und erbeten wird.
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil beten auch die Katholiken zum Abschluss wieder den feierlichen Lobpreis "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit", der aus dem zweiten Jahrhundert stammt.
Das Vaterunser:
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.
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Text: Mareike Kneip | Foto: Michael Bönte
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