
- Der Teufel als Kostüm im Karneval.
Abschied vom Guten
Teufel
Teufel (auch Satan) ist der biblische Name für den Bösen, der sich von Gott losgesagt hat und versucht, als "Vater der Lüge" (vgl. Joh 8, 44) und als "Herrscher dieser Welt" (vgl. Joh 12, 31) den Menschen in seinen Bann zu ziehen.
In einem Streitgespräch um sein Buch "Abschied vom Teufel" (1969) musste der Tübinger Alttestamentler Herbert Haag von dem sich selbst als Atheist bezeichnenden Philosophen Ernst Bloch fragen lassen, warum er denn nicht einfacher "Abschied vom Guten", (gemeint war Gott) nehmen wolle. Immerhin sei in der Welt das Böse evidenter (einleuchtender) als das Gute. Haag vertritt die Meinung, dass überall, wo in der Bibel von Dämonen und vom Teufel die Rede ist, das Wort Sünde als Ausdruck individueller Verantwortung stehen könnte. Haag lehnt auch die Vorstellung von einer kollektiven Verstrickung aller Menschen in die Macht des Bösen, die sog. Erbschuld bzw. Erbsünde ab.
Herbert Haag steht mit seiner Ansicht über das Böse im Gegensatz zur traditionellen christlichen Theologie, in der die Welt der Gott untergeordneten Geister eine personale Wirklichkeit ist.
Das neue Testament betont, dass wir nicht nur gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen haben (vgl. Eph 2, 2; 3, 10), sondern auch gegen die bösen "Mächte und Gewalten" (vgl. Eph 1, 21). Damit wird der Teufel für den Menschen zum Versucher, der aber nur dann Macht über ihn gewinnen kann, wenn der Mensch ihm zustimmt.
Nach kirchlicher Lehre gibt es "nicht nur das Böse, sondern auch den Bösen, bzw. die Bösen" (Katholischer Erwachsenen-Katechismus, Band eins).
Durch Jesus Christus ist jedoch ihre unselige Herrschaft gebrochen, und wird durch das Wirken des Heiligen Geistes immer mehr überwunden. Darum ist Dämonenangst unchristlich.
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Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts, Gerhard (Hrsg.), Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 | Foto:
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