
- Im Sakrament der Versöhnung kann der Gläubige seine Sünden bekennen und vor Gott bringen.
Gegen den Willen Gottes
Sünde und Schuld
Schuldig werden kann auch ein Nichtglaubender, dadurch, dass er Gutes unterlässt und Böses tut. Was hier Schuld genannt wird, heißt im Verständnis des Glaubens Sünde.
In der Sünde versagt sich der Mensch seinem Schöpfer und damit der Erfüllung seines eigenen Wesens. Sünde ist darum mehr als die Übertretung einer ethischen Vorschrift. Es gehört zu den dunklen Geheimnissen Gottes, dass die Bestätigung der menschlichen Freiheit auch gegen den Willen Gottes möglich ist.
Die Kirche hat in ihrer Geschichte eine umfassende Lehre von der Sünde entfaltet, die je nach ihrem Schweregrad und nach ihren Folgen zu beurteilen ist. Dabei wird zwischen Todsünde und lässlicher Sünde unterschieden. Manche Theologen würden sich eine andere Form der Bewertung wünschen. Papst Johannes Paul II. hat jedoch als Ergebnis einer Bischofssynode in seinem Apostolischen Schreiben "Reconciliatio et paenitentia" die Bedeutung und bleibende Aktualiät der Unterscheidung zwischen Todsünden und lässlichen Sünden, gemäß der Tradition der Kirche, neu unterstrichen.
Jene Sünde wird Todsünde genannt, die eine schwerwiegende Materie zum Gegenstand hat, z.B. Mord, Ehebruch, schwerer Diebstahl und die dazu mit vollem Bewusstsein und bedachter Zustimmung begangen wird. Wo eine dieser drei Bedingungen fehlt, liegt eine lässliche Sünde vor.
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Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts, Gerhard (Hrsg.),
Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 | Foto: Michael Bönte
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