
- Kinder spielen die Mantelteilung des heiligen Martin nach.
Personifizierte Nächstenliebe und Brauchtum
Sankt Martin
Er gehört zu den volkstümlichsten Heiligen, und sein Namenstag ist fest im Brauchtum eingeschrieben: Sankt Martin - sein Fest feiert die katholische Kirche am 11. November. Kinder mit ihren Eltern ziehen mit selbst gebastelten Laternen am Abend (oder Vorabend) durch die Straßen und singen Martinslieder.
St. Martin mit römischem Helm und Purpurmantel begleitet auf einem Pferd den Zug. Manchenorts sammeln die Kinder Süßigkeiten oder Geld, um es an andere weiterzugeben, die weniger haben.
Das Brauchtum erinnert an den heiligen Martin, der 397 als Bischof von Tours im heutigen Frankreich starb. Der Legende nach hatte er als Angehöriger der römischen Armee mit einem Bettler auf der Straße seinen Mantel geteilt. Martin ließ sich taufen, wurde Mönch und gründete ein Kloster. Das Volk wählte ihn 371 zum Bischof von Tours.
Eine Legende berichtet darüber, dass Martin über diese Wahl so erschrocken gewesen sei, dass er sich in einem Gänsestall versteckt haben soll, um das Amt nicht antreten zu müssen. Das Geschnatter der Gänse jedoch verriet ihn. Daher rührt die häufige Darstellung des heiligen Bischofs mit dem Federvieh.
Der 11. November ist für viele Bauern noch heute der Tag, an dem sie den Zins für gepachtetes Land dem Eigentümer entrichten oder auch neue Verträge darüber abschließen. Früher galt der Tag als Winteranfang. Vor dem Fasten in der vorweihnachtlichen Adventszeit wurde der Martinstag mit feierlichen Gottesdiensten, Festessen und Tanz begangen.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Michael Bönte
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