
- Der heilige Nikolaus mit Mitra.
Unter Kaiser Galerius eingekerkert und gefoltert
Nikolaus
Sein Gedenktag ist bei vielen mit Erinnerungen an die eigene Kindheit verbunden: Am 6. Dezember feiert die Kirche den Heiligen Bischof Nikolaus von Myra. "Nikolaus, komm in unser Haus, pack' Deine große Tasche aus..." - volkstümlich wird dieser Heilige noch heute gefeiert: Der Bischof reitet meist auf einem Pferd, begleitet von einem stimmungsvollen Umzug, in den Ort ein. Dort wird er von Kindern, teilweise auch von Geistlichen oder gar dem Bürgermeister, begrüßt. Nahezu "Standard" ist die Frage des heiligen Mannes an die Kinder, ob sie denn immer brav waren.
In früheren Jahrhunderten hingegen war es umgekehrt: Die Kinder wählten unter sich einen Bischof. Die Erwachsenen hatten vor ihn hinzutreten und mussten Rechenschaft ablegen. Später wurde aus diesem Spiel "der umgekehrten Ordnung" wieder das heute bekannte "Darstellungsspiel": Ein als Bischof gekleideter Erwachsener ermahnte die Kinder zu Gehorsam und beschenkte sie.
Luther schaffte diesen Brauch ab - stattdessen kam als Geschenkgeber "der heilige Christ", womit das Christkindbrauchtum und die Weihnachtsbescherung verbunden wurden. Mit dem beginnenden 19. Jahrhundert wurde die Nikolausgestalt verweltlicht. Aus dem christlichen Bischof wurde der "Weihnachtsmann". Kommerz und Satire machten aus ihm einen trotteligen alten Mann, der nichts mehr mit der Gestalt des Heiligen Nikolaus zu tun hatte.
Vom historischen Nikolaus ist nur weniges bekannt: Um 300 wurde er Bischof von Myra, das etwa 70 Kilometer südwestlich von der heutigen türkischen Touristenhochburg Antalya an der Mittelmeerküste lag. Bei den Christenverfolgungen unter Kaiser Galerius wurde er eingekerkert und gefoltert.
Im Jahr 325 nahm er am Konzil von Nicäa teil - seine Unterschrift findet sich unter erhaltenen Schriftstücken. An einem 6. Dezember zur Mitte des 4. Jahrhunderts starb er im Alter von 65 Jahren in Myra. Bald wurde er in seiner Bischofsstadt und in Konstantinopel verehrt. Sein Kult breitete sich später auch auf den Westen auf, so dass er bis heute zu den meist verehrten Heiligen gehört. Zahlreiche Legenden rankten sich um seine Person, die im Mittelalter seine Popularität förderten.
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Text: Norbert Göckener | Foto: pd
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