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10.02.2012
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Kreuzweg
Sechste Station des Kreuzweges: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.

Die heimatliche Alternative zum Besuch in Jerusalem

Kreuzweg

Den frommen Wunsch, einmal im Leben nach Jerusalem zu pilgern, um die heiligen Stätten des Leidens Christi zu besuchen, konnten sich früher nur wenige Christen erfüllen. Darum wurden die einzelnen Stationen des Leidens Christi in der Heimat aufgebaut und der Kreuzweg betend nachgegangen. Diese volkstümliche Andacht kopierte die Umgänge, die seit dem 14. Jahrhundert bei einem Besuch der heiligen Stätten in Jerusalem üblich waren.

Die ersten Stationen dieses Kreuzweges waren die Burg Antonia, dem vermuteten Ort der Verurteilung Jesu, und der Kalvarienberg, wo er starb. Sie markierten jeweils den Beginn und das Ende des Leidens Christi. Bald wurde dieser Weg durch weitere Stationen ergänzt: die Übernahme des Kreuzes, Jesu Fall unter dem Kreuz, die Begegnung Jesu mit den weinenden Frauen sowie die legendären Begegnungen mit Maria, seiner Mutter, und mit Veronika.

14 Stationen, wie sie heute bekannt sind, gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Etwa um 1700 begann man, auch im Kirchenraum Kreuzwegbilder aufzuhängen. Angeregt durch Franz von Assisi wurden die Franziskaner zu bewussten Pflegern dieser Passionsfrömmigkeit. Heute gibt es häufig eine 15. Station: Jesus wird von den Toten auferweckt.

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Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts, Gerhard (Hrsg.) Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 | Foto: Michael Bönte
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