
- Die "fünfte Jahreszeit" ist für viele Menschen der Höhepunkt des Jahres.
Brauchtum hat enge Verbindung mit christlicher Bußpraxis
Karneval (Fastnacht)
Für viele Menschen ist es der Höhepunkt des ganzen Jahres: Mit aller Lust und Laune feiern Tausende in diesen Tagen in der "fünften Jahreszeit" Karneval. In den Tagen vor dem Aschermittwoch erklimmt die Narretei den Gipfel öffentlicher feucht-fröhlicher Ausgelassenheit. Das volkstümliche Treiben hat enge Verbindung mit der christlichen Bußpraxis: Es ist eine "längere Zeit gesteigerten Lebensgenusses" vor der katholischen Fastenzeit.
Dem Italienischen "carne vale", was "Fleisch lebe wohl" bedeutet, entstammt vermutlich die Bezeichnung "Karneval". Das Wort "Fastnacht" ist im Deutschen seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Mit Tanz, Spiel, Umzügen, Verkleidungen und närrischen Reden setzt der Karnevalist die bestehende Ordnung außer Kraft und verspottet sie. Die "Gegenregierung" des Elferrates und die Übergabe des Rathausschlüssels deuten auf die "umstürzlerischen" Absichten der Narren.
Höhepunkte der närrischen Zeit, die offiziell am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt und bis Aschermittwoch dauert, sind Weiberfastnacht am Donnerstag vor Aschermittwoch, der Rosenmontag mit seinen farbenprächtigen Umzügen und der Veilchendienstag, an dem der "fünften Jahreszeit" meist feierlich und "tränenreich" das letzte Geleit gegeben wird. Der Dienstag wird vielfach auch "Fastnacht" genannt - die Nacht vor dem Fasten.
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Text: Norbert Göckener | Foto:
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