
- Demonstration des Glaubens in der Öffentlichkeit: das Fronleichnamsfest.
Katholiken feiern die Gegenwart Christi
Fronleichnam
An Fronleichnam bezeugen die Katholiken ihren Glauben an die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Während die Kirchen der Reformation davon ausgehen, dass Christus nur im Augenblick des Empfangs (Kommunion) in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist, ist es die Überzeugung der katholischen Kirche, dass diese Gegenwart über die Eucharistiefeier hinausreicht.
Der eigentliche Einsetzungstag der Eucharistie ist der Gründonnerstag. Aber weil der erste Charakter der Karwoche ein besonderes Fest nicht zulässt, wurde die äußere Feier auf diesen Tag verlegt. Seit dem 13. Jahrhundert wird als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi das eucharistische Brot (Hostie) in einem Schaugefäß, der Monstranz, durch die Straßen getragen. Solche Fronleichnamsprozessionen gibt es auch zu Wasser, beispielsweise im Kanton Luzern und in Köln-Mühlheim.
Bischof Robert von Lüttich führte aufgrund der Visionen der Augustinernonne und Mystikerin Juliane das Fest 1246 in seiner Diözese ein. Papst Urban IV. legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII. sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche gegangen wird. Die erste Fronleichnamsprozession wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Köln gehalten.
Das Wort "Fronleichnam" stammt aus dem Mittelhochdeutschen: "fron" heißt "Herr" und "lichnam" meint den lebendigen Leib.
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Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts,Gerhard (Hrsg.),
Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 | Foto: Michaela Kiepe
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