
- Welche Schriften zum Alten Testament zu rechnen sind, darüber gibt es zwischen Juden und Christen, zwischen Protestanten und Katholiken, Unterschiede.
Das Heilige Buch Jesu und der Urgemeinde
Altes Testament
Jener Teil der Bibel wird Altes Testament (AT) genannt, der die Geschichte Gottes mit den Menschen und dem Volk Israel von der Erschaffung der Welt bis zum Beginn unserer heutigen Zeitrechnung erzählt. Die Entstehungszeit des AT umfasst das erste Jahrtausend vor Christi Geburt. Der Begriff "alt" ist nicht im Sinne von "überholt" zu verstehen, sondern im Sinne von "älter" im Gegensatz zum "jüngeren" Neuen Testament. Das AT war das Heilige Buch Jesu und der Urgemeinde.
Das Zweite Vatikanische Konzil zitiert das Wort des heiligen Augustinus, dass das Neue Testament im Alten verborgen und das Alte im Neuen erschlossen sei. Darum ist das AT nicht nur für Juden, sondern auch für Christen grundlegende Urkunde der Offenbarung.
Sammlung von Schriften
Das AT ist kein einheitliches Buch, sondern eine Sammlung von Schriften. Dazu zählen die fünf Bücher Mose (griechisch der Pentateuch): Genesis (Gen), Exodus (Ex), Levitikus (Lev), Numeri (Num) und Deuteronomium (Deut). Es folgen die Bücher der Geschichte des Volkes Israel und die Bücher der Lebensweisheiten und Psalmen. Den Abschluss bilden die Bücher der Propheten (Abkürzungsverzeichnis).
Welche Schriften zum AT zu rechnen sind, darüber gibt es zwischen Juden und Christen, zwischen Protestanten und Katholiken, Unterschiede. Dies erklärt sich aus der Geschichte. Das AT war ursprünglich in Hebräisch, und nur die Spätschriften in Griechisch, abgefasst worden. Zur Zeit der Entstehung der christlichen Kirche war allgemein eine griechische Übersetzung (Septuaginta) in Gebrauch. Die katholische Kirche hat sie in dieser Form übernommen, daran festgehalten und sie ins Lateinische übersetzt. Die Juden konzentrierten sich im ersten Jahrhundert wieder ganz auf den Bestand in hebräischer Sprache.
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Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts,Gerhard (Hrsg.), Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996 | Foto: Michael Bönte
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