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10.02.2012
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Ablass
Ablassbrief im Namen Leos X. von 1515.

Die innere Zuwendung auf Gott hin

Ablass

Der Ablass ist heute für viele nur noch durch seinen Missbrauch im Mittelalter ein Begriff. "Der Heller in dem Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt." Dieser weit verbreitete Spruch spielt auf die Geldzahlungen an, durch die man die drastischen Bußwerke umgehen konnte, die dem Sünder auch nach der Vergebung der Sündenschuld als Wiedergutmachung von der Kirche auferlegt wurden.

Um hohe Einnahmen zu erzielen, betrieb vor allem Erzbischof Albrecht von Mainz einen regen Ablasshandel, was zum Widerspruch Martin Luthers führte und zu einem äußeren Anlass für die Reformation wurde.

Die Wurzeln des Ablasses liegen aber bereits in der frühen Kirche. Sünder mussten für schwere Sünden verschieden lange öffentliche Bußen auf sich nehmen, bevor sie die Lossprechung der Sünden erhielten. Wenn ein Mitchrist, der in den Zeiten der Verfolgung um des Glaubens willen gelitten hatte, Fürbitte für ihn einlegte, konnte ihm die Buße erlassen werden.

Fromme Übung

Diesen Nachlass öffentlicher Bußwerke (nicht den Nachlass der Sünden) nannte man Ablass. Später wurde diese Praxis verallgemeinert und um der Verdienste Jesu und der Heiligen willen von Bußwerken abgesehen. Schließlich wurde es zu einer frommen Übung, für die "Armen Seelen im Fegfeuer" Ablässe zu gewinnen, um ihre Zeit der Läuterung abzukürzen.

Das Konzil von Trient hat sich 1563 bemüht, die Ablasslehre von jeder Geschäftemacherei zu befreien. Papst Paul VI. hat nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1967 in einem Schreiben die Einstellung der Kirche zum Ablass neu formuliert, indem er z. B. die innere Zuwendung auf Gott hin, zu der auch Reue und Wiedergutmachung gehören, stärker betonte als die sachliche Leistung (Geldopfer). Auch wurden die Gelegenheiten, einen Ablass zu gewinnen, deutlich reduziert, z. B. an Allerheiligen und Allerseelen oder im Heiligen Jahr.

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Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.dbk.de

Quelle: Dorn, Anton Magnus; Eberts,Gerhard (Hrsg.), Redaktionshandbuch Katholische Kirche, München 1996, Oktober 2003 | Foto: Archiv
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