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24.05.2017
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Von links: Irmentraud Kobusch, Thomas Sternberg, Maria Theresia Opladen, Marianne Heimbach-Steins, Gaby Hagmans, Katharina Weppelmann, Dorothee Sandherr-Klemp.

Von links: Irmentraud Kobusch, Thomas Sternberg, Maria Theresia Opladen, Marianne Heimbach-Steins, Gaby Hagmans, Katharina Weppelmann, Dorothee Sandherr-Klemp.

Bundesweiter "Tag der Diakonin" in Münster

ZdK-Präsident: "Weihe nicht an Chromosomen gebunden"

Münster. Unter dem Leitwort "Hinsehen und handeln"  haben Vertreter und Vertreterinnen von katholischen Verbänden am "Tag der Diakonin" in der Petrikirche in Münster über den diakonischen Auftrag von Frauen in der Kirche diskutiert. In der ersten Diskussionsrunde sprachen die Repräsentanten der Verbände, die zur Veranstaltung eingeladen hatten.

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sagte, es sei ein  historisches Anliegen, dass Frauen zum Diakonenamt zugelassen werden. "Man muss von der  Vorstellung wegkommen, dass das Weiheamt an den Chromosomensatz gebunden ist", sagte er.

Frauen würden heute in Kleiderkammern, als Katechetinnen und in der Gemeindearbeit den Hauptanteil der diakonischen Arbeit leisten, betonte Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands. Das müsse von der Kirche anerkannt werden.

"Amt atmet auf einem Lungenflügel"

Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des Katholischen Deutschen Frauenbunds, forderte die bessere Wahrnehmung und die Anerkennung des Engagements von Frauen in der Kirche. Irmentraud Kobusch vom 1996 in Münster gegründeten "Netzwerk Diakonat der Frau" kündigt an, künftig wieder einen Kurs anzubieten, um Frauen für die diakonische Arbeit zu qualifizieren. "Solange Frauen nicht zum Diakonat zugelassen werden, atmet das Amt auf einem Lungenflügel", sagte sie.

In der zweiten Gesprächsrunde definierte Marianne Heimbach-Steins vom Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Uni Münster die diakonische Arbeit als Auftrag Gottes an die Menschen und als eigentliche Kernaufgabe allen kirchlichen Handelns. Dies müsse sich im sozialen, politischen und kulturellen Bereich zeigen. Dazu müsse die Kompetenz alle Engagierten, Männer wie Frauen, genutzt und wertgeschätzt werden. "Wir kommen aber nicht weiter, wenn wir bei der Weihe anfangen", sagte sie.

Zu stark auf Ämter zentriert

Katharina Weppelmann von den Pfadfinderinnen St. Georg betonte, sie sehe ihre Aufgabe darin, Kinder zu ermutigen, dass sie sich in der Kirche überhaupt bewegen wollen. "Für meine Arbeit im Stamm braucht es 1.000 Ehrenamtliche, aber keine Diakonin." Die Kirche sei viel zu stark auf das Kleriker- und Weiheamt zentriert, kritisierte sie.

Gaby Hagmans, Direktorin des Caritasverbands Frankfurt, gab zu bedenken, dass ein Diakoninnenamt ein überkommenes Bild von Kirche verstärke. Sie wünsche sich vielmehr eine Kirche, die auch übermorgen Bestand habe.

"Man muss nicht Theologin sein, um zu sehen, dass das Weiheamt, wie es zurzeit besteht, nicht zukunftsfähig ist und ausgetretene Pfade an die Wand führen", ergänzte Heimbach-Steins. Papst Franziskus habe ermutigt, dem Geist zu vertrauen. "Wir müssen nicht alle Lösungen parat haben. Möge der Heilige Geist es richten."

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: ZdK-Präsident Thomas Sternberg

Text und Foto: Karin Weglage
30.04.2016

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