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29.06.2016
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Papst Franziskus mahnt einen respektvollen Umgang in den sozialen Netzwerken an.

Papst Franziskus mahnt einen respektvollen Umgang in den sozialen Netzwerken an.

Netzwerke wie Facebook gegen Pauschal-Vorwürfe verteidigt

Papst fordert respektvolleren Ton in Politik und Medien

Vatikanstadt. Papst Franziskus mahnt einen respektvolleren Umgangston in Politik und Medien an. Die Verantwortlichen müssten wachsam sein in "Äußerungen über Andersdenkende und -handelnde und auch über die, die einen Fehler gemacht haben", heißt es in der am Freitag (22.01.2016) veröffentlichten Botschaft zum katholischen Mediensonntag.

"Allzu leicht" gebe man der Versuchung nach, "Öl ins Feuer des Misstrauens, der Angst und des Hasses zu gießen", schreibt Franziskus. Stattdessen müssten Politiker und Journalisten mit ihren Worten Versöhnungsprozesse zwischen den Menschen einleiten. Dazu sei "positiver und kreativer Wagemut" nötig.

Auch mehr Respekt in der Kirche angemahnt

Franziskus fordert auch die Kirche zu einer respektvolleren Redeweise über Menschen auf, die Fehler begangen haben. Die kirchliche Kommunikation müsse die "Logik der krassen Trennung nach Sündern und Gerechten" überwinden.

"Wir können und müssen über Situationen der Sünde – Gewalt, Korruption, Ausbeutung – richten, aber wir dürfen nicht über Menschen richten", betont der Papst. Dieses Urteil stehe nur Gott zu. In kirchlichen Äußerungen dürfe niemals "hochmütiger Stolz des Triumphes über einen Feind" zum Ausdruck kommen.

Digitale Welt ist "Ort der Begegnung"

Internet-Netzwerke wie Facebook verteidigt Franziskus gegen Pauschal-Vorwürfe. "Auch E-Mail, SMS, soziale Netze und Chats können Formen ganz und gar menschlicher Kommunikation sein", schreibt der Papst. Ob Kommunikation ein wirklicher Austausch werde, bestimme nicht die Technologie, "sondern das Herz des Menschen und seine Fähigkeit, die ihm zur Verfügung stehenden Mittel gut zu nutzen".

Die digitale Welt sei ein "Ort der Begegnung, wo man liebkosen und verletzen, eine fruchtbare Diskussion führen oder Rufmord begehen kann", schreibt der Papst. Die sozialen Netzwerke könnten Beziehungen begünstigen, aber auch zu Spaltung unter Menschen und Gruppen führen.

Würde des anderen achten

Franziskus mahnt einen respektvollen Umgang in den sozialen Netzwerken an. Nutzer hätten eine Verantwortung für den anderen, "den wir nicht sehen, der aber real ist und eine Würde besitzt, die respektiert werden muss".

Der katholische Mediensonntag wird in Deutschland am zweiten Sonntag im September begangen. Der Papst veröffentlicht seine Botschaft jährlich zum 24. Januar. An diesem Tag gedenkt die Kirche des heiligen Franz von Sales; er ist Patron der Journalisten.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Norbert Ortmanns
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