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31.05.2016
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"Seht, ich mache alles neu": Gesang in Münsters Jugendkirche Effata.

"Seht, ich mache alles neu": Gesang in Münsters Jugendkirche Effata.

Der große Ausblick aufs neue Jahr von Rom bis Münster

Opus 2016

Wenn das neue Jahr ein Notenblatt wäre, nur mit Notenlinien, doch noch ohne Noten, dann wäre doch eins schon jetzt gesetzt: das Vorzeichen. Und das hieße: Barmherzigkeit. Sie gibt gewissermaßen den Ton an, die Tonart. Was immer sich im Lauf der nächsten zwölf Monate darauf entwickeln wird an Melodien (schrille Töne und liebevolle Weisen), an Rhythmen (lebenslustig tänzelnd und bedrohlich marschierend), an Akkorden (düsterdicht geschichtet und weitklar glänzend) und nicht zuletzt an Dynamik (still besinnlich und lautstark aufbrausend): das Vorzeichen bleibt Barmherzigkeit. Sperrig, ermutigend, provozierend. Typisch Franziskus. Ein Heiliges Jahr in unheiler Zeit. Gott sei Dank.

Nicht erst seit der Öffnung der Heiligen Pforte in Rom die Spannung groß: Was mag da 2016 kommen? Vor allem wird das offizielle Dokument zur Familiensynode von Papst Franziskus erwartet. Lange dürfte es nicht mehr dauern, so viel ist klar. Ob und vor allem wie er sich darin zu konkreten Änderungen im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften äußert – das weiß noch niemand. Doch ob Fortschritt oder Stillstand, so viel ist sicher: Der eine wird Dissonanzen daraus hören, der andere puren Wohlklang.

Mexiko und Weltjugendtag

Papst Franziskus selber wird sich schon bald mexikanischen Melodien zuwenden, denn seine erste Auslandsreise 2016 führt ihn vom 12. bis 18. Februar in den mittelamerikanischen Staat. Auf heimatliche Klänge in Argentinien verzichtet er zunächst weiterhin. Lediglich ein anderes Ziel ist bislang bekannt: Natürlich lässt sich Franziskus von den Stimmen der jungen Kirche locken und reist zum Weltjugendtag, der vom 26. bis 31. Juli im polnischen Krakau stattfindet.

Kühn pfeifen einige Solisten von manchen Dächern, damit ließe sich prima ein Besuch im benachbarten Deutschland verbinden. Aber ob der Papst auch danach zu tanzen geneigt ist, bleibt fraglich. Fakt ist, dass er während des Heiligen Jahrs keine italienische Reise zu tun gedenkt, sondern lieber die Welt bei sich empfängt. Am 2. Februar kommt zudem das "Jahr des gottgeweihten Lebens" zum Abschluss, besser bekannt als "Jahr der Orden". Ob es so sang- und klanglos zu Ende gehen wird wie es stattgefunden hat? Andererseits: Leise Weisen würzen bekanntlich so manche große Sinfonie.

Reform und Geburtstag

Neue Töne dürften allmählich in der römischen Kurie hörbar werden. Deren Reform will Papst Franziskus unbeirrt vorantreiben, das hat er kurz vor Weihnachten noch einmal vor den Vatikan-Mitarbeitern betont. Klar ist, dass es eine große Behörde für Laien, Familie und Leben geben wird, wohl in nicht allzu ferner Zukunft. Ob die tatsächlich im Rang einer Kongregation eingerichtet wird – wie es sie jeweils für die Bischöfe, für die Priester und die Ordensleute schon lange gibt –, ist jedoch noch nicht klar. Auch über eine Sozialbehörde für Gerechtigkeit, Frieden und Migration wird diskutiert, Herzensanliegen dieses Papstes; doch auch da ist noch nicht bekannt, ob sie als Kammer- oder Sinfonieorchester aufspielen soll. Und schon gar nicht, wer den Part der Ersten Geige übernimmt.

Jedenfalls bietet sich, kaum ist das Heilige Jahr am 20. November mit feierlichem Schlussakkord beendet, ein Geburtstagsständchen an. Denn am 17. Dezember vollendet Papst Franziskus sein 80. Lebensjahr. Sein Vorgänger Benedikt XVI. wird schon am 16. April 89 Jahre alt – eine bayerische Blasmusik wird es dazu sicherlich geben. Demgegenüber wird der dritte Jahrestag der Wahl von Papst Franziskus am 13. März wohl hinter den Klageliedern des Passionssonntags still bleiben.

Bach-Choräle und Stabwechsel

Und in Deutschland? Wohl zu vielfachen Bach-Chorälen nicht nur in der Thomaskirche werden einige tausend Menschen zum Katholikentag nach Leipzig ziehen. "Seht, da ist der Mensch" lautet das Leitwort des 100. Treffens dieser Art, in diesem Jahr vom 25. bis zum 29. Mai. Der Jubiläums-Katholikentag wird freilich in mehrfacher Hinsicht den Ort des 101. Katholikentags anklingen lassen: Er ist die Premiere für den aus Münster stammenden neuen Präsidenten des ausrichtenden Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, – und gewissermaßen die Ouvertüre für den nächsten Katholikentag: 2018 in Münster.

Stabwechsel – wahlweise als Dirigenten oder Bischöfe – stehen 2016 in mindestens drei Bistümern an, allen voran in Dresden-Meißen, der gastgebenden Diözese des Leipziger Katholikentags. Seit Heiner Koch im Juni 2015 von dort zum neuen Berliner Erzbischof ernannt wurde, warten die katholischen Sachsen auf einen neuen Mann am Pult. Spätestens im Frühjahr dürfte es soweit sein. Ob – wie bislang üblich – im Februar neue Kardinäle ernannt und Heiner Koch auf der Liste stehen wird, bleibt abzuwarten. Über kurz oder lang jedenfalls wird es zwei deutschsprachige Kardinäle namens Koch geben: neben dem Berliner Erzbischof den "Ökumene-Minister" des Vatikans, den Schweizer Kardinal Kurt Koch.

Limburg und Lehmann

Deutlich länger, nämlich seit beinahe zwei Jahren, ist der Bischofsstuhl in Limburg vakant. Der nach dem Rücktritt von Franz-Peter Tebartz-van Elst im März 2014 vom Papst eingesetzte Apostolische Administrator Manfred Grothe (76) ist als Paderborner Weihbischof nicht nur längst emeritiert; dort ist im September bereits ein Nachfolger geweiht worden. Bis zum Sommer soll es nun auch in Limburg etwas werden. Vermutlich im Herbst dürfte wohl der neue Bischof von Aachen ernannt werden, nachdem der aus dem Bistum Münster stammende Heinrich Mussinghoff (75) erst kürzlich seinen Ruhestand antreten durfte.

Auch wenn es deutlich ruhiger um ihn geworden ist: Immer noch im Amt ist der an Lebens- und Dienstjahren älteste Diözesanbischof in Deutschland, Kardinal Karl Lehmann. Ein ganzes Jesusleben, nämlich 33 Jahre, ist er Bischof von Mainz. Am Pfingstmontag, dem 16. Mai, wird er 80 Jahre alt. Es ist davon auszugehen, dass Papst Franziskus diese für Kardinäle höher gesetzte Altersgrenze respektieren und ihm den Ruhestand gönnen wird. Damit wäre freilich einer der renommiertesten Bischofsstühle in Deutschland frei, der sowohl im Fall von Lehmann als auch seinem Vorgänger Hermann Volk mit der Kardinalswürde verbunden war.

Dialog und Ökumene

Im Jahr eins nach Ende des Dialogprozesses der katholischen Kirche in Deutschland wird sich zeigen, wie die von den Bischöfen beschlossenen weiteren Gespräche mit den Laien und anderen beteiligten Gruppen Kontur gewinnen werden. Kardinal Reinhard Marx hatte als Vorsitzender der Bischofskonferenz so genannte "Konvente" vorgeschlagen, die in kleineren Besetzungen regelmäßig aktuelle Themen diskutieren sollen. Spätestens bei der Frühjahrsvollversammlung, die vom 15. bis 18. Februar in Schöntal (Bistum Rottenburg-Stuttgart) stattfindet, müssten diese Planungen konkreter werden.

Ganz im Zeichen des ökumenischen Dialogs steht eine gemeinsame Pilgerfahrt, die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland ins Heilige Land unternehmen wollen. Die Reise vom 16. bis 22. Oktober versteht sich bereits als Beitrag zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 als "gemeinsamem Christusfest".

Bistumswallfahrt und Kardinalsjubiläum

Eine weitaus größere Wallfahrt steht im Kalender des Bistums Münster. Während der Herbstferien pilgert die Diözese aus Anlass des Heiligen Jahrs nach Rom – gemeinsam mit Bischof Felix Genn sowie den Weihbischöfen Christoph Hegge und Wilfried Theising. Unterschiedliche Angebote – für junge und für ältere Leute, per Bahn oder Bus, auf dem Campingplatz oder im Hotel – sollen möglichst vielen Gläubigen eine Teilnahme ermöglichen.

Zum Pilger-Programm würde besonders 2016 ein Besuch in der kleinen runden Kirche San Bernardo alle Terme unweit des römischen Hauptbahnhofs passen. Denn sie war die Titelkirche des seligen Clemens August Graf von Galen. Am 18. Februar sind es 70 Jahre her, dass er von Papst Pius XII. ins Kardinalskollegium aufgenommen wurde. Am 16. März dann sind es 70 Jahre her, dass unter seiner Herausgeberschaft "Kirche+Leben" erstmals erschien. Und am 22. März schließlich sind es 70 Jahre her, dass der "Löwe von Münster" starb. Da sein Gedenktag 2016 in der Karwoche liegt, entfällt er im neuen Jahr.

Noch einmal: die Grundtonart

Womöglich wird auch der neue Generalvikar Norbert Köster an dieser Bistums-Wallfahrt teilnehmen – er tritt zum 1. Juli die Nachfolge von Norbert Kleyboldt an, der nach 16 Jahren als Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Bistumsverwaltung in den Ruhestand gehen wird. Bereits im März nimmt der bisherige Borkener Propst Josef Leenders seine neuen Aufgaben als Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands auf – rechtzeitig zu dessen 100-jährigem Jubiläum, das am 24. Juni gefeiert wird.

Am 20. November dann, dem Christkönigsfest und letzten Sonntag im Kirchenjahr, werden die rund 5000 Heiligen Pforten in Rom und auf dem Erdkreis geschlossen – und damit kommt das Heilige Jahr der Barmherzigkeit an sein Ende. Kaum zu denken, dass Papst Franziskus dies mittels eines großen, feierlichen Schlussakkords gestalten wird. Stark zu hoffen, dass sich vielmehr eine zarte, starke, einprägsame Melodie entwickelt haben wird, gewissermaßen ein ewiger, nicht enden wollender Herzensohrwurm, dessen Vorzeichen und Grundtonart weiterhin Barmherzigkeit heißt. Gern mehrstimmig. Als Kanon.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Heiliges Jahr der Barmherzigkeit
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Familiensynode
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Weltjugendtag in Krakau
  4. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Orden
  5. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Katholikentag in Leipzig
  6. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Katholikentag in Münster
  7. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Dialogprozess zur Zukunft der deutschen Kirche
  8. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Kardinal Clemens August Graf von Galen

Text: Markus Nolte | Foto: Michael Bönte
30.12.2015

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