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21.06.2018
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Kardinal Rainer Maria Woelki.

Kardinal Rainer Maria Woelki.

Gottes Ebenbild in jedem Menschen sehen

Woelki: Auch IS-Terroristen haben Menschenwürde

München. Die Menschenwürde gilt nach den Worten des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki auch für die Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Bei ihnen handle es sich vielfach um junge Leute, "die sich irgendwie zu kurz gekommen fühlen und die dann Rattenfängern in die Hände fallen und fanatisiert werden", sagte Woelki dem Münchner Magazin "Focus". Deshalb müsse alles getan werden, ihnen eine Perspektive zu bieten. Dann wäre ein großer Teil der Betroffenen nicht mehr für solche radikalen und fanatischen Weltbilder empfänglich.

Der Kardinal unterschied zugleich zwischen den einzelnen Personen und der Gruppierung. Es sei "klar, dass es sich beim IS um eine Terrorbande handelt, um eine Mörderbande", sagte Woelki. Gegen sie müsse daher mit den Mitteln der Terrorismusbekämpfung vorgegangen werden.

Friedliches Miteinander auf Basis des Grundgesetzes

Der Kölner Erzbischof sprach sich außerdem dafür aus, zwischen Islam und Islamismus zu differenzieren. Dem Islamismus dürfe in Deutschland kein Raum gegeben werden. Der Islam habe dagegen eine "ganz große Kultur" und könne "als Religion für unsere Gesellschaft auch eine Bereicherung sein". Auf der Basis des Grundgesetzes "müsste eigentlich ein friedliches Miteinander in einer solchen multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, zu der wir uns wahrscheinlich entwickeln werden, möglich sein". Niemand müsse "Angst vor denen haben, die zu uns kommen, um in Sicherheit zu leben", sagte der Kardinal.

In Köln lebten tausende Muslime seit vielen Jahren und hätten sich in der Regel gut integriert, sagte Woelki. Als er noch in Berlin gelebt habe, sei er "fast ausschließlich von Muslimen umgeben" gewesen. Zu ihnen habe er ein "völlig unkompliziertes Verhältnis" gehabt. Viele von ihnen seien traurig gewesen, als er weggegangen sei.

Christlicher Beitrag zur humanen Entwicklung der Gesellschaft

Ebenso machte der Kardinal deutlich: "Wir haben gerade in der gegenwärtigen Situation in Deutschland auch als Kirche deutlich signalisiert, dass wir nicht alles mitmachen können", sagte Woelki. "Wir sind in Bezug auf Flüchtlinge gegen Obergrenzen, kämpfen für ein Asylrecht der Kirchen und wollen, dass das Asylrecht als individuelles Recht erhalten bleibt." Es gehe um einen spezifisch christlichen Beitrag zur humanen Entwicklung der Gesellschaft, fügte Woelki hinzu. Wohl und Würde der Menschen hätten dabei "Priorität gegenüber jedweder Ideologie".

Die Haltung der polnischen Regierung, unter Hinweis auf die christliche Tradition des Landes keine muslimischen Einwanderer zu akzeptieren, kann Woelki nach eigenen Worten "nicht nachvollziehen". Das Christentum sehe in jedem Menschen unabhängig von dessen Hautfarbe, Religion und sozialem Stand Gottes Ebenbild. "Jedes Land, das sich als christlich bezeichnet, hat die Pflicht, dem Menschen zu helfen", sagte er.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Flüchtlinge

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, ms | Foto: Jens Joest
11.12.2015

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