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25.09.2016
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Ein Junge beim Papstbesuch in der Kathedrale von Santiago de Cuba.

Ein Junge beim Papstbesuch in der Kathedrale von Santiago de Cuba.

Dissidenten: Franziskus hat Diktatur legitimiert

Papst: Zerfall von Familien ist ein Herrschaftsinstrument

Santiago de Cuba. Der Zerfall von Familien dient nach den Worten von Papst Franziskus den Herrschenden von heute als Machtinstrument. Die Auflösung familiärer Strukturen schaffe "isolierte Individuen, die leicht zu manipulieren und zu regieren sind", sagte der Papst am Dienstag (22.09.2015) bei einem Treffen mit Familien im kubanischen Santiago de Cuba. "Gespaltene, zerbrochene, berührungslose oder stark uniformierte Gesellschaften sind eine Folge des Zerreißens der familiären Bindungen", warnte er bei der Begegnung in der Kathedrale der Stadt. Sie bewahrten die Menschen vor Zersplitterung, Uniformität und einem ausufernden Egoismus.

In vielen Kulturen gehen aus Sicht des Papstes die Voraussetzungen für ein intaktes Gemeinschaftsleben zu Hause verloren. Familien seien die "wahren Räume der Freiheit" und die "Schule der Menschlichkeit". In ihnen lerne der Mensch Geschwisterlichkeit, Solidarität, Rücksichtnahme, Geduld und Vergebung, so Franziskus. Die Frage nach der Entwicklung von Familien bezeichnete er als eine entscheidende Zukunftsfrage der Menschheit. "Hinterlassen wir eine Welt mit Familien", appellierte Franziskus. Dafür brauche es aber auch regelmäßige gemeinsame Momente für Eltern und Kinder wie etwa das gemeinsame Abendessen. Die Begegnung war der Abschluss seiner viertägigen Kuba-Reise. Anschließend begab er sich zum Flughafen der Stadt und flog weiter in die US-Hauptstadt Washington.

Oppositionspolitiker: Besuch von Franziskus wird keine Spuren hinterlassen

Unterdessen hat die kubanische Opposition der katholischen Kirche die Anerkennung und Billigung der Diktatur auf der kommunistisch regierten Karibikinsel vorgeworfen. Laut des in Madrid ansässigen Nachrichtenportals "Diario de Cuba" (Dienstag Ortszeit) forderten kubanische Dissidenten von der Kirche eine Reaktion auf Verhaftungen von Regimekritikern während des Besuchs von Franziskus. "Wir haben Dinge gesehen, von denen wir niemals gedacht hätten, dass wir sie sehen würden", zitiert das Portal den Gründer des Oppositionsforums Estado de SATS, Antonio Rodiles.

Die Sprecherin der Bürgerrechtsbewegung "Frauen in Weiß", Berta Soler, forderte den Angaben zufolge eine Aussprache mit Vertretern der Kirche, um deren Stellungnahme zu den Vorfällen rund um den Papstbesuch zu erfahren. Derzeit gebe es keinerlei Kommunikation.

Der Oppositionspolitiker Jose Daniel Ferrer kritisierte, der Besuch von Franziskus werde keine Spuren hinterlassen und schnell in Vergessenheit geraten. "Dieser Papst ist selbst in seinen besten Momenten viel zu halbherzig, doppeldeutig und wenig direkt gewesen", sagt er der in Miami erscheinenden Tageszeitung "El nuevo Herald".

50 Verhaftungen während Papstbesuch?

Papst Franziskus erklärte während des Flugs von Kuba nach Washington, er habe keine Informationen über Festnahmen von kubanischen Regimekritikern, die auf dem Weg zu einem Treffen mit ihm gewesen seien. Es habe Telefonate der Botschaft mit einigen Dissidenten gegeben, eine Begegnung sei jedoch nicht zustande gekommen, so Franziskus. Er betonte, dass nur eine Begrüßung, aber kein längeres Treffen geplant gewesen sei.

Kubanischen Medienberichten zufolge hatten Sicherheitskräfte die prominenten Dissidentinnen Berta Soler und Martha Beatriz Roque am Samstag (19.09.2015) daran gehindert, den Papst in der Nuntiatur in Havanna aufzusuchen. Das unabhängige Portal "14ymedio" der kubanischen Bloggerin Yoani Sanchez berichtete, Roque Cabello sei gleich zweimal an dem Besuch von Veranstaltungen mit Papst Franziskus gehindert worden. Sie soll 15 Stunden auf einer Polizeiwache verbracht haben.

Nach Angaben der christlichen Oppositionspartei "Movimiento Cristiano Liberacion" (MCL) wurden während des Papstbesuches 50 Dissidenten verhaftet, darunter zahlreiche Aktivistinnen der Bürgerrechtsorganisation "Frauen in Weiß" sowie Mitglieder der MCL.

Im offiziellen Reiseprogramm von Franziskus war kein Treffen mit Dissidenten vorgesehen. Franziskus hatte sich am Sonntag (20.09.2015) bei seiner Ansprache auf dem "Platz der Revolution" auch an jene Kubaner gewandt, die er "aus verschiedenen Gründen" nicht treffen könne.

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  5. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Papst Franziskus

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, ms | Foto: Reuters
23.09.2015

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