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27.06.2016
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Limburg.

Der alte Dom und das neue, umstrittene Bischofshaus in Limburg.

Schadenersatz von Bischof Tebartz-van Elst?

Staatssekretariat weiß nichts von Papst-Entscheidung

Limburg. Das vatikanische Staatssekretariat hat Berichte dementiert, wonach Papst Franziskus über Schadenersatzforderungen gegenüber dem früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst entschieden hätte. Auch dem Bistum Limburg liegt nach eigenen Angaben noch keine Antwort des Vatikans darüber vor, ob, gegebenenfalls wie und in welcher Höhe finanzielle Forderungen gegenüber dem emeritierten Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erhoben werden können. Eine solche Entscheidung könne nur im Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl in Rom gefällt werden, heißt es in einer Mitteilung des Bistums von Donnerstag (13.08.2015).

Die "Bild"-Zeitung hatte am selben Tag ohne konkrete Quellenangabe berichtet, Papst Franziskus hätte bereits im Juli entschieden, Tebartz-van Elst müsse keinen Schadenersatz leisten.

Die deutschsprachige Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat hat jedoch entgegen einem Bericht der "Bild"-Zeitung bisher keine Informationen über eine Entscheidung des Papstes im Streit um Schadenersatz durch Bischof Tebartz-van Elst. "Mir ist überhaupt nicht bekannt, dass der Papst sich da bereits geäußert hätte", sagte der Leiter der Abteilung, Monsignore Winfried König, am Donnerstag (13.08.2015) auf Nachfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Bischofskongregation zuständig

Er wisse zwar von einem Besuch des derzeitigen Diözesanadministrators, Weihbischof Manfred Grothe, bei Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in der jüngeren Vergangenheit, so König. Zuständig für den Fall sei aber in erster Linie die Bischofskongregation. "Es ist möglich, dass deren Präfekt, Kardinal Marc Ouellet, dem Papst über die Ansprüche des Bistums berichtet hat und Franziskus dann sagte: Tebartz hat mit seinem Rücktritt genug gebüßt." Informationen darüber besitze er aber nicht, sagte König. Bei der Bischofskongregation war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Bistum Limburg nahm laut seiner Stellungnahme die "Bild"-Berichterstattung "zur Kenntnis". Eine Bewertung der Situation "oder eventueller Entscheidungen" könne es derzeit jedoch nicht geben, "da das Bistum noch auf eine Antwort des Heiligen Stuhles wartet". Sobald diese vorliege, werde Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator, zunächst "die kurialen und synodalen Gremien über die Nachricht Roms informieren" und dann auch eine Bewertung vornehmen.

Limburg: Keine Anzeige in Rom

Das Bistum Limburg verlangt Schadenersatz in Millionenhöhe von seinem ehemaligen Bischof. Administrator Grothe hatte im Vatikan seit April mehrfach kirchenrechtliche Fragen nach einer materiellen Wiedergutmachung vorgebracht. Grothe habe Tebartz-van Elst in Rom aber nicht "angezeigt", hatte das Bistum immer wieder betont.

Das Bistum Limburg hatte nach dem Bau des etwa 31 Millionen Euro teuren Bischofshauses rund 3,9 Millionen Euro außerplanmäßig abschreiben müssen. Daraus lasse sich jedoch nicht schließen, dass ein Schaden in eben dieser Höhe entstanden sei, für den man vom früheren Bischof Wiedergutmachung erwarte, so das Bistum.

Tebartz-van Elst hatte dem Papst im Oktober 2013 seinen Rücktritt vom Amt des Limburger Bischofs angeboten. Neben einer von vielen als autoritär empfundenen Amtsführung hatte die Empörungswelle über die Baukosten des Bischofshauses und deren Verschleierung entscheidend zu diesem Schritt beigetragen. Am 26. März 2014 nahm der Papst den Rücktritt an. Im Dezember wurde Tebartz-van Elst zum "Delegat für Katechese" des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung berufen und nahm Ende März seine Arbeit in Rom auf.

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  1. undefinedDer Prüfbericht zum Neubau auf dem Limburger Domberg (26.03.2014)

Text: Markus Nolte und KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Reuters
13.08.2015

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