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26.05.2016
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Ground Zero.

63 Meter breit, 63 Meter lang: Das eigentliche Ausmaß des Mahnmals lässt sich an den kleinen Menschen ringsum erahnen.

11. September 2001: Am Gedenkort von Ground Zero

Die offene Wunde der Welt

New York. Zwei riesige Löcher. Krater aus Nichts. Schwarze Wunden so weit die Welt. Auf einem der teuersten Pflaster der Welt, wo Arbeits- und Lebensraum nicht nur nach Länge und Breite, sondern vor allem nach Höhe zu Rekordpreisen berechnet wird, leistet sich New York City einen leeren Platz, einen der größten in der Stadt – für die größte Leere, die die Menschen hier jemals ertragen mussten. Hier ist Ground Zero, der "Null-Grund".

Und erinnert an einen Tag, der New York, die Amerikaner, die Welt verändert hat – und den zugleich niemand weltweit vergessen kann, weil jeder weiß, wo er war, was er tat, an jenem Tag: dem 11. September 2001. Längst ist der Anschlag zum Eigenwort verdichtet: "Nine-eleven", sagen die Amerikaner, die erst den Monat und dann erst den Tag nennen. 9/11: zugleich die landesweite Notrufnummer. Zwei von Al-Quaida-Terroristen entführte Flugzeuge rasten in die Zwillingstürme des World-Trade-Centers. Als die Wolkenkratzer in sich zusammenfielen und Manhattan in einer Staubwolke versank, waren 3.000 Menschen tot.

Still ist es hier, auch wenn ringsum an neuen World-Trade-Centern gebaut wird. Selbst in den Schlangen, die sich vor den Sicherheitskontrollen bilden, sprechen nur wenige. Das Piepsen der Detektor-Rahmen, wie man sie von Flughäfen kennt, vermag kaum die Atmosphäre zu stören, die man beklemmend, aber auch "andächtig" nennen kann.

Der freie, leere Platz ermöglicht eine Perspektive wie sonst kaum in New York: ungehindert geht der weite Blick in den Himmel. Doch dann geht er hinunter. Wie Fußspuren der "verschwundenen", 63 Meter langen und breiten Türme klafft das 2011 eröffnete quadratische Doppel-Mahnmal. Irritierend harmonische Maße.

Ringsum stehen Menschen, starren in die Tiefe und wirken unendlich klein vor der Kulisse der neuen Riesen, der neuen "World-Center-Gebäude", allen voran das höchste. Mit seinen 541 Metern überragt es die Zwillingstürme, bis 2001 die am weitesten hinaufragenden Gebäude der Satdt, noch um 120 Meter. 541 Meter sind 1.776 Fuß – noch so eine bedeutungsschwere Zahl: das Jahr der Unabhängigkeitserklärung.

Das Mahnmal immerhin dominieren keine Zahlen, sondern Namen – die Namen der Menschen, die am 11. September umgekommen sind, in New York und im Pentagon, aber auch jene, die bereits beim Terroranschlag vom 26. Februar 1993 auf das World-Trade-Center starben. 3.000 Namen, in Kupferplatten gefräst. Hinter jedem ein Leben, hinter manchen sogar zwei: "... und ihr ungeborenes Kind" ist häufiger zu lesen.

Neun Meter geht es danach in die Tiefe. Unter den Namensplatten fließt ruhig Wasser, aber dann stürzt es hinunter in die riesigen Krater und sorgt für ein allgegenwärtiges Rauschen. Ein merkwürdiges Geräusch – umso verstörender, als es zusammen mit diesem Fall in die Tiefe an das dröhnende Einstürzen der Zwillingstürme erinnert. Beklemmend, bestürzend, zutiefst bewegend.

Unten in den Kratern sammelt sich das Wasser, fließt auf eine Mitte zu, die noch einmal weiter nach unten reißt, in einen schwarzen, uneinsehbaren Abgrund. Das nun hat beinahe etwas Diabolisches. Darunter aber befinden sich zwei Gedenkräume. Ihr Name: "Reflecting Absence" – was einerseits soviel heißt wie "Nachdenken über das, was nicht mehr ist" und andererseits ein Wortspiel ist mit der reflektierenden Wasseroberfläche des Bassins. Wie tröstlich, dass sich so am Abgrund der Himmel spiegelt.

Gegenüber von Ground Zero steht die kleine "St.-Pauls-Chapel". Am 11. September 2001 haben sich viele hierher gerettet, Feuerwehrleute und andere Helfer etwas ausruhen können. In einer Kirche. Bis heute ist sie ein Ort des sehr persönlichen Gedenkens. Manche Bilder, die New Yorker damals von ihren vermissten Lieben aufgehängt hatten, werden hier wie in kleinen Schreinen bewahrt. Menschen aus aller Welt bekunden Schmerz und Solidarität; selbst Feuerwehrleute aus Duisburg und Werne haben ihre Uniformabzeichen hier gelassen.

Auch wenn vieles längst wieder in Rekordhöhen überbaut wurde – der Blick in den Abgrund dieser weltweiten Wunde ist eine der wichtigsten Erfahrungen beim Besuch dieser Stadt, eine der faszinierendsten der Welt.

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Text: Markus Nolte | Foto: Markus Nolte in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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