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14.12.2017
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Schwester Mary Prema.

Schwester Mary Prema aus Kalkutta, Generaloberin der "Missionarinnen der Nächstenliebe".

Generaloberin des Mutter-Teresa-Ordens im Interview

"Ich bin ergriffen vom Geschenk der Heiligsprechung"

Vatikanstadt / Reken / Kalkutta. Seit sieben Jahren ist Schwester Mary Prema, geborene Mechthild Pierick, Generaloberin der "Missionarinnen der Nächstenliebe". 1980 trat die aus dem münsterländischen Reken im Kreisdekanat Borken stammende Schwester dem Orden von Mutter Teresa bei. Kirche+Leben-Redakteur Johannes Bernard sprach mit ihr über die Bedeutung der Heiligsprechung von Mutter Teresa, die Papst Franziskus am Sonntag (04.09.2016) vornimmt.

Kirche+Leben: Was bedeutet Ihnen die Heiligsprechung von Mutter Teresa?

Schwester Mary Prema: Die Heiligsprechung von Mutter Teresa ist ein großes Geschenk für das Leben der Kirche und für unsere Ordensgemeinschaft. Ich bin ergriffen und in großer Dankbarkeit über das Geschenk der Heiligsprechung unserer lieben Mutter.

Kirche+Leben: Wie werden Sie und Ihre Mitschwestern den Tag begehen?

Schwester Mary Prema: Eine Delegation von den Gemeinschaften der Schwestern, der Brüder und der Ärmsten wird am Sonntag (04.09.2016) auf dem Petersplatz in Rom der Heiligsprechung beiwohnen.  All die anderen Schwestern, Brüder und Ärmsten werden an ihren jeweiligen Orten am Fernseher die feierliche Messe zur Heiligsprechung mitfeiern.

Kirche+Leben: Sie haben Mutter Teresa persönlich erlebt. Welche Begegnungen sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Schwester Mary Prema: Ich habe viele kostbare Erinnerungen und Begebenheiten an mein Zusammenleben mit Mutter Teresa in der Kommunität. Am 19. Juni 1980 fuhr Annely Wüller aus Reken Sybille Verhoeven aus Borken und mich, begleitet von unseren Müttern, nach Essen, wo uns Mutter Teresa herzlich willkommen hieß. Während einer kurzen Gebets­andacht befestigte Mutter Teresa ein kleines Kruzifix  an unserer linken Schulterseite und übergab uns den Rosenkranz. Sie ließ sich Zeit, unsere Mütter mit Tee zu bedienen und sie dankte ihnen gütig, dass sie ihre Töchter in die Nachfolge Jesu und dem Orden der Missionarinnen der Nächstenliebe hingeben. Persönlich bereitete sie unsere Bleibe vor und beauftragte eine Schwester mit der Formation (Einführung).

Kirche+Leben: Wie sehr ist Mutter Teresa ein Vorbild im Glauben?

Schwester Mary Prema: Mutter Teresa ist eine wahrhaftige Frau des Glaubens. Ihr Glaube wurde geformt durch ihre eigene tief im Glauben verwurzelte katholische Familie und durch den Jesuitenpater ihrer Pfarrei. Mutter Teresa nährte ihren Glauben und die Einheit mit Gott  durch ihr tägliches Gebet, die tägliche Teilnahme an der Eucharistie und der wöchentlichen Beichte. Sie hielt fest an der Lehre der Kirche in Demut und Überzeugung. Ihr Beispiel inspirierte und inspiriert immer noch viele Katholiken, besonders auch unsere Voluntaire (freiwilligen Helfer), zu ihrem Glauben und sakramentalem Leben zurück zu kehren. Sie hat viele begeistert, wie sie ihren Glauben im Handeln umsetzen können, besonders im Dienst an den Ärmsten der Armen. Mutter Teresa zeigt uns den absoluten Vorrang  in einem Leben der Heiligkeit und dessen Frucht: »Was du dem geringsten meiner Brüder tust, das tust du mir« – und dies ist der Dienst an den Ärmsten.

Kirche+Leben: Wie ist die Heiligsprechung in Kalkutta, dem Wirkungsort von Mutter Teresa, angekommen?

Schwester Mary Prema: Die Heiligsprechung von Mutter Teresa war sehnlichst erwartet worden und wurde mit Jubel und riesiger Freude in Kalkutta aufgenommen. Seit März hat unser Erzbischof Thomas De Souza Kommissionen gebildet zur Vorbereitung der Feierlichkeiten, unter anderem vier Tage internationale Filmfestivals, Kulturprogramme, eine heilige Messe mit einer sich anschließenden bürgerlichen Feierlichkeit im Indoor Stadion, wo das Staatsbegräbnis von Mutter Teresa 1997 stattgefunden hat.

Kirche+Leben: Vor welchen Herausforderungen stehen die »Missionarinnen der Nächstenliebe« heute, gut 20 Jahre nach dem Tod ihrer Gründerin?

Schwester Mary Prema: Durch Gottes Gnade wünschen auch heute noch junge Frauen, unserem Orden beizutreten, und wir bitten unsere Mutter Teresa, uns weitere reife Berufungen zu schenken. Zur Zeit ist es uns nicht möglich, die Anfragen der Bischöfe nach neuen Niederlassungen zu erfüllen. Die Herausforderung unserer Kongregation besteht darin, unser Verständnis und unsere Liebe einer jeden Schwester für das besondere Charisma zu vertiefen, welches gründet in unserer persönlichen Heiligkeit und der Begeisterung, die Ärmsten zu retten und zu heiligen.

Kirche+Leben: Welche Hilfen benötigen Sie für Ihre Arbeit in den indischen Elendsvierteln?

Schwester Mary Prema: Gott gibt uns die Mittel, unseren Dienst in Indien und überall auf der Welt fortzusetzen durch Spenden von großherzigen Menschen. Ich bin dankbar, besonders für die Voluntaire, die mit unseren Schwestern zusammenarbeiten.

Kirche+Leben: In Rom kommen Sie mit auch mit einer Gruppe aus Reken, Ihrem Heimatort, zusammen. Was bedeutet Ihnen die Verbindung zu Ihrer münsterländischen Heimat?

Schwester Mary Prema: Es macht mich sehr glücklich, dass eine Gruppe aus Reken zur Heiligsprechung von Mutter Teresa in Rom da sein wird. Der Kontakt und die Unterstützung bestehen vor allem im gegenseitigen Gebet. Während der heiligen Messe am 4. September in Rom werde ich besonders auf die Fürsprache der heiligen Teresa von Kalkutta für die Intentionen meiner lieben Familie, meiner Heimatgemeinde und meiner Heimatdiözese Münster beten.

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Interview: Johannes Bernard | Foto: pd in Kirche+Leben
01.09.2016

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