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27.07.2016
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Gewichtige Aussage wegen des engen Staats-Kirche-Verhältnisses

Ukraine: Keine orthodoxen Fürbitten mehr für Regierung

Kiew. Aus Protest gegen die Schüsse auf Demonstranten stellt eine der größten Kirchen der Ukraine die Fürbitten für die Regierung ein. Wie das ukrainisch-orthodoxe Kiewer Patriarchat am Freitag (21.02.2014) mitteilte, wird nun stattdessen für das Volk gebetet. Zur Begründung erklärte der Heilige Synod, dem Patriarch Filaret und zehn Bischöfe angehören, die Regierung habe Aufrufe der Kirchen missachtet, keine Gewalt anzuwenden.

Bislang gab es zu Beginn jedes Gottesdienstes eine Fürbitte "für unsere gottbehütete Ukraine, unsere Regierung und das Heer". Nun wird für "unsere gottbehütete Ukraine und das ukrainische Volk" gebetet. Die Orthodoxie pflegt die sogenannte "Symphonia", die gegenseitige Stützung von weltlicher und geistlicher Macht. Der Verzicht auf Fürbitten für die Regierenden ist demnach eine gewichtige politische Aussage.

Der Gesamtukrainische Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften rief Regierung und Opposition auf, sofort die Gewalt zu stoppen. Der Ratsvorsitzende, Metropolit Antonij, sagte: "Von jedem von uns hängt es ab, ob es uns gelingt, den Brudermord aufzuhalten." Anders als andere Erklärungen weist der Rat die Verantwortung nicht ausdrücklich Staatspräsident Viktor Janukowitsch zu.

Deutsche Caritas: 50.000 Euro Nothilfe

Zwei Tage nach Zerstörung einer Zeltkapelle auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz "Maidan" errichteten griechisch-katholische Priester am Donnerstag (20.02.2014) ein neues Gebetszelt. Es soll – wie sein Vorgänger – auch für Gottesdienste anderer Konfessionen offen stehen. Die bisherige Zeltkapelle war nach Angaben der griechisch-katholischen Kirche von der Sondereinheit "Berkut" des Innenministeriums in Brand gesetzt worden.

Das deutsche Hilfswerk "Caritas international" stellte 50.000 Euro für die medizinische Versorgung der Opfer der Straßenschlachten bereit. Ein Lazarett für verletzte Demonstranten wurde unterdessen auch in der römisch-katholischen Alexander-Kathedrale nahe dem "Maidan" eingerichtet. Das orthodoxe Michaelskloster dient bereits seit Dienstag (18.02.2014) als medizinisches Zentrum für Demonstranten.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo
21.02.2014

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