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27.08.2016
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Experten fordern:

Mehr Schutz vor sexuellem Missbrauch im Netz nötig

Berlin. Internationale Experten fordern einen besseren Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch im Internet. Wie eine in Berlin vorgestellte qualitative Studie im Auftrag der EU-Kommission ergab, experimentieren Kinder und Jugendliche leichtfertig mit der Selbstdarstellung im Netz und probieren häufig online aus, wie sie auf andere Personen reagieren.

Je jünger Kinder online agierten, umso größer sei die Gefahr, Opfer sexueller Übergriffe zu werden. Mädchen seien gefährdeter als Jungen - ebenso wie unsichere, weniger selbstbewusste Kinder. Für die Studie wurden gut 200 Jugendliche aus sechs Ländern im Alter von 12 bis 18 Jahren befragt, darunter auch Missbrauchsopfer, sowie Onlinetäter.

Zunächst romantische und naive Vorstellungen

Laut Studie steigen Kinder und Jugendliche häufig mit romantischen und naiven Vorstellungen in sexuell anzügliche Online-Dialoge ein und blenden Misstrauen weitgehend aus. Während sie zunächst glauben, die Kontrolle darüber zu haben, was im Netz veröffentlicht wird, verlieren sie diese allmählich komplett.

Sie fürchten dann panisch die mediale Verbreitung ihrer Textnachrichten und ihres Bildmaterials durch die Täter, die sie beispielsweise zuvor aufgefordert hatten, sich pornografisch zu fotografieren. Auch kann es nach Online-Kontakten mit Tätern später zu realen Treffen und Missbrauch kommen.

Vermittlung von Medienkompetenz von Schulbeginn an

Die Geschäftsführerin der Kinderschutzorganisation "Innocence in Danger", Julia von Weiler, die Deutschland bei der Studie vertrat, forderte eine obligatorische und regelmäßige Vermittlung von Medienkompetenz von Schulbeginn an: "Die Kinder müssen um die Gefahren wissen und wissen, wo Grenzübertritte beginnen."

Zugleich plädierte sie für bessere Schulungen von Eltern, Pädagogen und Sozialarbeitern. So habe eine deutliche Mehrheit der befragten Jugendlichen angegeben, dass sie keine Ansprechpartner gefunden hätten, um über ihren Missbrauch zu sprechen. "Wichtig ist vor allem, nicht moralisch zu reagieren, denn Kinder sind manipulativen Älteren online noch stärker unterlegen als sowieso schon im normalen Leben", so von Weiler.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Kindesmissbrauch

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
25.05.2012

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