Gemeinsame Erklärung von Bischofskonferenz und EKD
Kirchen bitten um Gebet für Opfer rechtsextremer Morde
Berlin. Die höchsten deutschen Repräsentanten beider Kirchen rufen zum Gebet für die Opfer der bekannt gewordenen rechtsextremen Mordserie in Deutschland und für deren Familien auf. Rechtsextremes Denken und Handeln seien mit dem christlichen Glauben unvereinbar, erklärten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, gemeinsam am Mittwoch (22.02.2012).
"Wer die Würde und das Recht von Menschen missachtet, wer andere Menschen hasst, verletzt oder gar ermordet, der handelt gegen den Willen Gottes", schreiben Zollitsch und Schneider. Gerade Menschen mit anderer Herkunft und anderem Glauben seien auf besondere Fürsorge angewiesen. "Gemeinsam müssen wir Ausgrenzung und Hass überwinden und zu Frieden befähigen." Grenzen zwischen Völkern und Menschen würden durch die Gemeinschaft mit Jesus überwunden.
Gedenkfeier am Donnerstag
An der zentralen Gedenkfeier am Donnerstag (23.02.2012) im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin nehmen die Spitzen des Staates, Angehörige der Opfer, Vertreter der Bundesländer, aus Kirche und Gesellschaft sowie zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps teil. Erinnert wird an die 2011 aufgedeckten zehn Morde, die der Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" angelastet werden, sowie an alle Opfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland.
Die Kirchen werden durch den Leiter des Katholischen Büros Berlin, Karl Jüsten, sowie den Beauftragten der Evangelischen Kirche bei der Bundesregierung, Bernhard Felmberg, repräsentiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie mehrere Bundesländer und Bistümer riefen für Donnerstag, 12 Uhr, zu einer Schweigeminute für die Opfer auf.
Gebet für die Opfer rechter Gewalt
Gott, führe die Opfer zur Vollendung in deinem Reich, tröste die Trauernden, und hilf denen, die verzweifelt sind. Uns, Herr, verleih die Kraft, allen zu widerstehen, deren extremistisches Denken und Handeln Menschen um ihre Gesundheit und ihr Leben bringt. Wecke immer wieder die Bereitschaft, für Frieden und Gerechtigkeit in unserem Land einzustehen.
Text: jjo,
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
22.02.2012
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