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24.05.2012
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In Archiven lagern viele Regalkilometer spannende Dokumente.

In Archiven lagern viele Regalkilometer spannende Dokumente.

Vatikanisches Geheimarchiv wird 400 Jahre alt

Papst-Archiv als Paradies für Verschwörungstheoretiker

Vatikanstadt. Es ist ein Paradies für Forscher und Verschwörungstheoretiker, für Kirchenhistoriker und Bestsellerautoren: das Vatikanische Geheimarchiv. Vor 400 Jahren, am 31. Januar 1612, wurde es von Papst Paul V. gegründet.

Über den Ruf, langweilig und verstaubt zu sein, kann sich das Archivum Secretum Vaticanum kaum beklagen. Im Gegenteil: Das päpstliche Aktenlager gilt vielen Menschen als hermetisch abgeriegelter Hort großer Menschheitsgeheimnisse und als verschwiegene Kulisse finsterer Machenschaften – spätestens seit Dan Browns Thriller "Illuminati".

Keineswegs "geheim"

Dabei ist das Archiv auch ohne Schriftsteller-Fantasie durchaus beeindruckend: 85 Kilometer Kirchengeschichte lagern unweit der Sixtinischen Kapelle. Akten vom achten Jahrhundert bis zur Gegenwart; von der Rechnung für päpstliche Weinlieferungen bis hin zu den Akten über die Rolle Pius' XII. während des Zweiten Weltkriegs.

Aber wie geheim ist das Archiv? Die Verschwörung beginnt für manchen schon mit dem Namen: Der Zusatz "geheim" bedeutet jedoch keineswegs, dass in den Räumen des Archivs unbequeme Wahrheiten lagern. Er besagt nur, dass es sich um ein privates Archiv handelt: das Archiv des Papstes als Oberhaupt der katholischen Kirche – und nicht um ein Archiv in öffentlicher Trägerschaft. Auch in Deutschland gibt es Archive, die den Zusatz "geheim" im Namen tragen, etwa das "Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz" in Berlin.

Bald werden die Weltkriegs-Akten zugänglich

Für die Wissenschaft ist das Vatikanische Geheimarchiv schon lange nicht mehr geheim: Papst Leo XIII. gab es 1881 grundsätzlich für historische Forschung frei. Zuletzt kamen jährlich rund 1.500 Wissenschaftler ins Archiv. Entscheidend für die Erteilung einer Nutzungserlaubnis ist nicht der Taufschein, sondern die wissenschaftliche Seriosität. Zutritt erhält, wer ein Studium abgeschlossen hat und ein Empfehlungsschreiben seiner Universität vorweisen kann.

Und was ist mit Pius XII.? Wenn vom Vatikanischen Archiv die Rede ist, dann geht es meist auch um jenen Weltkriegspapst, dem Kritiker vorwerfen, nicht entschieden genug für die Rettung von Juden vor dem Holocaust eingetreten zu sein. Immer wieder ist zu hören, der Vatikan verzögere die Freigabe der Akten aus seinem Pontifikat.

Bald nun soll es soweit sein: Die Dokumente aus der Zeit von Pius XII. werden voraussichtlich 2014 oder 2015 der Wissenschaft zugänglich gemacht. Gegenwärtig werden die rund 16 Millionen Blätter geordnet und verzeichnet. Grundsätzlich zugänglich sind bislang Aktenbestände bis zum Ende des Pontifikats Pius' XI. im Februar 1939.

Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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