Negativbeispiele Ägypten, Iran und Nigeria
Menschenrechtler: Immer mehr Gewalt gegen Christen
Stuttgart. Christen werden nach Ansicht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) immer häufiger Opfer religiös motivierter Gewalt. IGFM-Sprecher Martin Lessenthin sagte am Dienstag (24.01.2012) in Stuttgart, Beispiele für Länder, in denen Religionsfreiheit krass missachtet werde, seien Ägypten, Iran und Nigeria. In solchen Ländern würden aber nicht nur Christen, sondern beispielsweise auch Angehörige der Bahai regelmäßig Gewaltopfer.
Eine noch härtete Verfolgung befürchten nach IGFM-Angaben zum Christentum übergetretene Iraner. Sie müssten mit der Todesstrafe rechnen. Kern des Dramas am Persischen Golf sei die systematische Entrechtung der Menschen durch die "islamische Diktatur". Die internationale Gemeinschaft dürfe deshalb nicht bloß Verhandlungen über das Atomprogramm anstreben, sondern müsse auch Menschenrechtsverletzungen ansprechen. Menschenrechte dürften nicht "auf dem Altar der Atomdebatte" geopfert werden, sagte Lessenthin. Er äußerte die Befürchtung, dass unter den von der EU angekündigten Sanktionen Minderheiten leiden könnten.
Die Europäische Union müsse zudem auf Nigeria einwirken. Der dortige "Genozid auf Raten" führe zu einer Fluchtwelle, wenn es nicht gelinge, die "nordnigerianischen Taliban" zu stoppen, sagte Lessenthin. In den vergangenen zwölf Monaten wurden nach Erkenntnissen der IGFM fast 1.000 nigerianische Christen getötet. Die Regierung sei offenbar nicht in der Lage, die Gewalt zu stoppen. In Ägypten hätten zuletzt rund 100.000 christliche Kopten das Land verlassen, weil sie sich nicht mehr sicher fühlten.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
24.01.2012
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