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24.05.2012
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Anschläge am Wochenende mit mindestens 165 Toten

Deutsche Kirche bittet um Gebet für Terroropfer in Nigeria

Abuja / Freiburg. Die katholische Kirche ruft zum Gebet für die Terroropfer in Nigeria und deren Angehörige auf. "Mit Entsetzen und Trauer" verfolge er die Nachrichten über die erneuten Anschläge, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Sonntag (22.01.2012) in Freiburg.

Die islamistische Sekte "Boko Haram" bekannte sich zu mehreren Anschlägen auf Polizeistationen und andere öffentliche Einrichtungen in Kano, bei denen am Wochenende (21. / 22.01.2012) mindestens 165 Menschen getötet worden waren. Darüber hinaus wurden am Sonntag (22.01.2012) im Bundesstaat Bauchi erneut Bombenanschläge auf zwei Kirchen verübt worden. Eine Kirche in Fadama soll völlig zerstört worden sein.

Zollitsch: Bedrohung wie Al-Qaida

Zollitsch sprach den Familien sein Beileid aus und forderte die deutschen Christen auf, für die Opfer, alle Trauernden und für Frieden in Nigeria zu beten. "Boko Haram" sei offenkundig "nicht nur der gefährlichste Staatsfeind Nigerias, sondern mit ihren extremistischen Zielen – wie Al Qaida – auch eine Bedrohung für die Weltgemeinschaft". Der Freiburger Erzbischof hatte im Herbst 2009 Nigeria besucht.

Dessen Präsident Goodluck Jonathan verurteilte die Anschläge und kündigte an, mit aller Härte gegen die Verantwortlichen vorzugehen. Die Täter seien Feinde der Demokratie. Nach Medienberichten erklärte "Boko Haram", die Angriffe seien Vergeltung für die Weigerung der Regierung, inhaftierte Mitglieder der Gruppe freizulassen. Der Name der Sekte bedeutet "Westliche Bildung ist Sünde". Sie will einen radikalislamischen Gottesstaat in Nigeria errichten. Fachleuten zufolge ist der Rückhalt für die Extremisten in der Bevölkerung gering.

Zehntausende fliehen

Seit Weihnachten 2011 sind nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker mindestens 270 Menschen bei Anschlägen von "Boko Haram" getötet worden. Zehntausende Christen seien aus dem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Norden des Landes geflohen. Nach den Anschlägen vom Wochenende habe die christlichen Bevölkerungsgruppe der Ibo die Flucht von weiteren drei Millionen Menschen angekündigt.

Mit rund 160 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Im Norden leben überwiegend Muslime, im Süden Christen. Insgesamt bekennen sich etwa 50 Prozent der Bevölkerung zum Islam und zwischen 45 und 48 Prozent zum Christentum.

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